Menopause: Wie sich Pflege und Hitzewallungen beeinflussen
Die Wechseljahre können Frauen stark aus ihrem Alltag reißen. Wie dieser Alltag selbst die Beschwerden beeinflusst, ist wenig untersucht – bis jetzt.
Foto: Robert Haas/picture alliance
Menschen mit Eierstöcken kommen früher oder später in die Wechseljahre. Ihr Körper produziert weniger vom Sexualhormon Progesteron, während der Östrogenspiegel stark schwankt. Rund 85 Prozent von ihnen erleben dabei mehr oder weniger intensive Beschwerden: von Hitzewallungen über Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Depressionen und massiver Erschöpfung.
Oft intensivieren sich diese Symptome in den Jahren um die Menopause, die im Schnitt auf das 51. Lebensjahr fällt. Das ist zugleich ein Alter, in dem viele von ihnen Angehörige pflegen.
Die Studie
Eine japanische Querschnittsstudie hat untersucht, wie sich soziales Umfeld, Arbeitsverhalten und Lebensstil auf Wechseljahresbeschwerden auswirken. Dafür wählten die Forscher*innen 1.980 biologische Frauen im Alter von 45 bis 56 Jahren aus, die sich in der Perimenopause befanden – so heißt die Zeit der Hormonumstellung bis ein Jahr nach der letzten Monatsblutung. Neben verschiedenen Daten wie Body-Mass-Index (BMI) und Berufstätigkeit wurde auch die Stärke der Wechseljahresbeschwerden erfasst.
Da die gemessene Symptomschwere auf einer subjektiven Einschätzung der Teilnehmer*innen beruht, Büroangestellte der Mittelklasse überrepräsentiert sind und es sich nur um eine Momentaufnahme handelt, ist die Studie nur eingeschränkt repräsentativ und es lassen sich keine Kausalitäten ableiten.
Dennoch lässt das Ergebnis aufhorchen: Pflegeverantwortung geht mit stärkeren Beschwerden einher. Jene Studienteilnehmer*innen, die ältere Angehörige außerhalb ihres eigenen Haushalts pflegten, hatten etwa zweieinhalbmal so häufig mittelschwere bis schwere Symptome wie Frauen ohne Pflegeverantwortung.
Zum Vergleich: Ein erhöhter BMI ging mit einer um 75 Prozent höheren Häufigkeit solcher Symptome einher, Erwerbslosigkeit mit einer um 58 Prozent höheren. Nur 1,5 Prozent der Befragten unterbrachen wegen ihrer Beschwerden stundenweise ihre Arbeit oder ließen sich krankschreiben. In einer früheren britischen Studie waren es 30 Prozent – davon fühlten sich jedoch drei Viertel unwohl damit, ihren Vorgesetzten die Ursache ihrer Symptome zu nennen.
Was bringt's?
Die Ergebnisse sind auch vor dem Hintergrund interessant, dass in Japan jedes Jahr schätzungsweise 75.000 Frauen* ihren Job für Care-Arbeit aufgeben. Laut den Wissenschaftler*innen könnte diese Zahl reduziert werden, wenn in der Arbeitswelt ein größeres Verständnis für die Wechseljahre geschaffen und für angemessene Unterstützung gesorgt würde.
Ihre Vorschläge: arbeitgeberfinanzierte Gesundheitsprogramme, flexible Arbeitsregelungen und eine breite Aufklärung von Gesellschaft und Führungskräften über die Menopause.
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