Melanie Amann: Vize-Chefredakteurin verlässt „Spiegel“
Die stellvertretende Chefredakteurin Melanie Amann arbeitet künftig nicht mehr beim „Spiegel“. Zuvor gab es Berichte über einen Machtkampf bei dem Magazin.
KNA/taz | Melanie Amann verlässt den Spiegel. Wie das Hamburger Medienhaus am Montag bekanntgab, beendet Amann ihre Tätigkeit als stellvertretende Chefredakteurin zum Ende des Jahres. Sie will sich neuen Aufgaben widmen.
„Ich blicke mit Dankbarkeit auf zwölf erfüllende und erfolgreiche Jahre in der Spiegel-Redaktion zurück“, so Amann. Es sei für sie eine Ehre und Freude gewesen, für das Haus von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein als Redakteurin, Hauptstadtbüroleiterin und stellvertretende Chefredakteurin tätig gewesen zu sein.
Amann war seit 2013 Teil des Teams. Ab 2019 war sie Co-Leiterin des Hauptstadtbüros, seit 2021 war sie Teil der Chefredaktion. Zuletzt stieg sie 2023 zur Stellvertreterin von Chefredakteur Dirk Kurbjuweit auf.
Immer wieder hatte es seitdem Gerüchte über einen Machtkampf zwischen Amann und Kurbjuweit gegeben. Letzterer zeigt sich zum Abschied nun versöhnlich: „Ich danke Melanie Amann für die Arbeit, die sie für den Spiegel geleistet hat, vor allem für ihre unerschrockene Berichterstattung über die AfD und ihre glänzende Vertretung des Spiegel in Talkshows und Podcasts“, so Kurbjuweit.
Nur das Allerbeste
Wie man das verstehen möchte, ob als Anerkennung oder als Vorwurf der rein persönlichen Markenpflege, bleibt offen. Kurbjuweit wünscht ihr für den weiteren Weg jedenfalls das Allerbeste.
Die Chefredaktion des Spiegel soll nach Amanns Abgang weiterhin aus Kurbjuweit und den beiden Stellvertretern Cordula Meyer und Thorsten Döring bestehen. Wie die FAZ berichtet, kündigte Amann auf Linkedin bereits Ende vergangener Woche an, dass sie im Oktober als „John F. Kennedy Memorial Policy Fellow“ an die Harvard-Universität gehe. Somit würde sie wohl umgehend den Spiegel verlassen.
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