Mehrwertsteuersenkung wird erweitert: Bahncards 50 und 25 billiger
Nach den Bahntickets werden nun auch die Rabattkarten 10 Prozent günstiger. Die Mehrwertsteuer soll nach einer Einigung der Finanzbehörden sinken.
dpa/taz | Verbraucher müssen künftig 10 Prozent weniger für eine Bahncard 50 oder eine Bahncard 25 zahlen. Die im Klimapaket der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteuersenkung soll auch für diese Rabatt-Karten der Deutschen Bahn gelten. Dem haben nach dpa-Informationen die obersten Finanzbehörden der Länder zugestimmt. Ein entsprechendes Schreiben des Bundesfinanzministeriums liegt der Deuschen Presse-Agentur vor. Das Ministerium bestätigte der taz die Meldung. Der günstigere Preis gilt für alle Bahncards mit Gültigkeit ab dem 1. Februar.
Wer in den kommenden Januar-Tagen seine Bahncard ab Februar bestellt, soll nach dpa-Informationen bereits von den günstigeren Preisen profitieren. Diejenigen, die erst kürzlich noch zum alten Mehrwertsteuersatz bestellt haben, sollen einen Gutschein in Höhe der Differenz bekommen. Diese Kunden sollen dazu von der Bahn angeschrieben werden.
Im Klimapaket von Ende Dezember hatte die Bundesregierung eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 7 Prozent für den Bahn-Fernverkehr beschlossen. Bereits seit Anfang Januar gelten die reduzierten Ticketpreise bei der Deutschen Bahn. Auch die Bahncard 100 ist darin enthalten.
Offen war bislang, ob auch die beiden anderen Bahncard-Typen 50 und 25 – mit denen Kunden die Hälfte beziehungsweise ein Viertel weniger für Tickets zahlen – günstiger werden. Darüber hatten Bund und Länder verhandelt, nun gibt es eine Entscheidung. In Deutschland besitzen mehr als 5 Millionen Menschen eine Bahncard.
Gut fürs Klima
„Wir freuen uns über die schnelle Einigung zwischen Bund und Ländern“, teilte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am Freitag mit. „Das ist gleich zum Jahresauftakt ein weiterer Schritt in Richtung einer klimafreundlichen Mobilitätswende.“
Mit der Mehrwertsteuer-Senkung will die Bundesregierung mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto oder vom Flugzeug auf die klimafreundlichere Bahn umzusteigen. Die Deutsche Bahn hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass sie eine solche Reduzierung auch für sämtliche Bahncard-Typen begrüßen würde.
Die Maßnahme betrifft indes nur den Fernverkehr, der zu 99 Prozent von der Deutschen Bahn kontrolliert wird. Im Regionalverkehr hingegen sind die Preise zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,7 Prozent gestiegen.
Die um 12 Prozentpunkte verringerte Mehrwertsteuer bedeutet eine Preisreduzierung von 10 Prozent. Rechenbeispiel: Eine 100-Euro-Fahrkarte kostet mit 19 Prozent Mehrwertsteuer 119 Euro. Mit 7 Prozent Steuer sind es 107 Euro. Differenz: 12 Euro. Das sind nahezu jene 10 Prozent von 119 Euro.
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