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Mehr Rechte fürs Meer

■ Experten aller Disziplinen beraten in Bremen, wie die internationalen Meere zu schützen sind

Radioaktive Abfälle liegen bereits auf dem Grund der Tiefsee. Die Idee, zusätzlich auch noch Treibhausgase in die selben tiefen Sphären einzuleiten, ist bisher noch Theorie. Zum Glück, so Hjalmar Thiel, Meeresbiologe an der Uni Hamburg, gestern bei der Eröffnung der mehrtägigen Meeres-Umweltkonferenz vor der Presse in Bremen.

„Es ist dringend erforderlich, die hohe See in unsere Umweltschutzüberlegungen einzubeziehen“, so der Hamburger Forscher. Thiel ist einer von über 20 ReferentInnen, die in den kommenden Tagen auf der „International Conference on Marine Environmental Law“ (ICMEL) sprechen werden. Die TeilnehmerInnen sind aus über 26 Nationen von vier Kontinenten angereist. Erklärtes Ziel des Treffens ist ein Meinungsaustausch von JuristInnen, NaturwissenschaftlerInnen, IngenieurInnen und PolitikerInnen.

„Es geht nicht darum, als Ergebnis eine konkrete Resolution zu veröffentlichen“, sagt Andree Kirchner von der veranstaltenden Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS). Vielmehr soll die Bremer ICMEL-Konferenz ein kontroverses Diskussionsforum für ExpertInnen bieten, die ihre unterschiedlichen Blickwinkel erörtern. Dies sei laut Kirchner auf Regierungskonferenzen aufgrund politischer Entscheidungszwänge so selten möglich. Doch eine indirekte politische Einflussnahme sei durchaus gewollt. „Diejenigen TeilnehmerInnen, die für die UNO arbeiten, kehren nach der Tagung in ihre Gremien zurück“, erläutert er diesen Anspruch. Damit verbindet er die Hoffnung, dass Diskussionsergebnisse in die internationale UN-Umweltkonferenz im September in Johannesburg einfließen.

In Bremen wird die Frage, wie die Meeresumwelt vor Zerstörung zu bewahren sei, von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Thiel setzt sich für Schutzgebiete auf hoher See zugunsten des Umweltschutzes ein. Keyuan Zou aus Singapur informiert über Meeresschutzgebiete vor China. Daneben wird unter anderem erörtert, was wissenschaftliche Experimente zum Schutz der Meere beitragen können.

Dass Bremen bereits zum Dritten Mal Schauplatz einer weltweiten Konferenz wird, ist kein Zufall. „Bremen hat sich als internationalerTagungsort auf positive Weise bewährt“, erklärt Kirchner. Dass die GAUSS hier ihren Sitz hat, vereinfache die Organisation der Veranstaltung. Die Konferenz ist Bestandteil einer ganzen Reihe von Tagungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zur maritimen Umwelt. Lutz Steinbrück

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