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Cholesterinspiegel regulierenMediterrane Küche

Was tun, um den cholesteringebeutelten Körper erfolgreich in Betrieb zu halten? Neben Sport oder Medikamenten eröffnet sich eine dritte Möglichkeit.

M it der Hausärztin beratschlage ich die Untersuchungsergebnisse: Blutdruck, Blutwerte, Atherosklerose. Was kann man tun, was muss man tun; soll man überhaupt noch irgendetwas tun?

Schließlich sind wir alle dazu angehalten, die Krankenkassen zu entlasten. Und dazu gehört nun mal, sich bei jedem morgendlichen Blick in den Spiegel gewissenhaft zu hinterfragen, ob sich das eigene Weiterleben wirtschaftlich noch lohnt? Und zwar mit all seinen Folgekosten wie den teuren Vorsorgeuntersuchungen, Operationen, Medikamenten, Rehas. Immerhin bin ich bald Rentner. Da amortisiert sich das kaum noch.

Sorgen macht uns vor allem das böse Cholesterin. In uralten Zeiten war das ja noch gut. Also gab es praktisch zwei liebe Cholesterine. Sie waren wie Geschwister, quasi unzertrennlich, und optimierten in trauter Harmonie das Blut früherer Menschen. Die starben zwar alle mit neunzehn Jahren an Karies, Bindehautentzündung oder Skorbut, aber die Cholesterinwerte waren top. Darauf konnte man immerhin aufbauen.

Doch eines schlimmen Tages verhexte ein fieser Möpp das eine Cholesterin. Von einem Tag auf den anderen wurde es böse und wandert seither als gefallener Engel ruhelos durch die Blutbahnen, die es verheert und verkalkt, ein Gegenspieler und Saboteur des lieben Cholesterins. So ist es bis heute geblieben.

Leuchtende Fackel im finsteren Sturm der Dummheit

Das EKG ist aber ganz okay, und so kommen wir überein, meinem Erhalt zumindest einen allerletzten Versuch zu gönnen – allzu unverzichtbar bin ich für unsere Gesellschaft bislang noch, als leuchtende Fackel im finsteren Sturm der Dummheit.

Also gucken wir mal, was sich da eventuell noch machen lässt. Denn wenn man einen alten Körper aufwandsarm instand setzen kann, ist das viel nachhaltiger, als einen ganz neuen Menschen in die Welt zu setzen, was immer extrem teuer ist: Geburt, Elternzeit, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Buntstifte, Spielzeug, Anziehsachen, Zoobesuche, Entziehungskuren – was das alles kostet.

Und bei mir wurde das ja schon bezahlt. Da kann man mit den bereits vorhandenen Basics arbeiten. Also überlegen wir: Sport? Medikamente? Lebensstil? Ernährung?

Jedes Mal super anstrengend

Sport ist nicht gut. Da bin ich voriges Mal hingefallen. Zum Glück sind wir uns in diesem Punkt einig, jedenfalls widerspricht sie mir nicht, als ich ihr auch noch die weiteren Kontraindikationen aufzähle: Beim vorletzten Mal hab ich brutal geschwitzt. Dazu schlägt das Herz wie verrückt, und überhaupt ist es jedes Mal super anstrengend. Da kann mir keiner erzählen, dass das gesund sein soll.

Pillen sind zu teuer. Bringt ja auch alles nichts. Wegen der Nebenwirkungen. Gehen die einen Werte runter, gehen die anderen hoch. Schließt sich hier der Kopf, platzt einem da der Arsch. Die Gesundheit ist eine Decke, die immer zu kurz ist, egal wo man zieht. Und soll bitte niemand behaupten, dass das von denen da oben nicht geplant ist. Die wollen ja gerade, dass wir sterben. Medikamente sind folglich keine Lösung.

Aber mediterrane Küche sei perfekt, sagt sie. Da würde mein liebes Cholesterin lachen, und mein böses Cholesterin weinen. Mediterrane Küche ist gut, die mag ich. Darauf einigen wir uns.

Seitdem sitze ich jeden Tag beim Griechen. Grillplatte „Dimokritos“ für zwei Personen. Zwei Lammkoteletts, zwei Riesen-Souvlákis und einen fetten Berg Gyros. Dazu rohe Zwiebeln, Tsatsiki und Pommes satt.

Die Zwiebeln lege ich immer beiseite, das wird mir sonst zu viel. Vorher einen Ouzo aufs Haus, und, wenn ich brav aufgegessen habe, hinterher noch einen. Es geht mit sehr gut, jedenfalls nehme ich das an, denn zum Arzt gehe ich gar nicht mehr; ich habe ja die mediterrane Küche.

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Uli Hannemann

Uli Hannemann

Seit 2001 freier Schreibmann für verschiedene Ressorts. Mitglied der Berliner Lesebühne "LSD - Liebe statt Drogen" und Autor zahlreicher Bücher.
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