Lebendtier-Exporte: Die alltägliche Tierquälerei

Bei Tierexporten in Nicht-EU-Länder werden die Regeln zum Tierschutz systematisch missachtet. Diese Transporte müssen endlich verboten werden.

Ein Schwein hinter Gittern in einem Tiertransporter

Diesem Schwein geht es noch vergleichbar gut Foto: dpa / Hendrik Schmidt

Panisch aufgerissene Augen, vor Erschöpfung zitternde Rinder, die dicht zusammengedrängt und tagelang ohne Pausen in tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten wie Usbekistan, Marokko oder Algerien gekarrt werden: Tierqual-Alltag – auch auf deutschen Straßen. Doch statt dieses Martyrium zu beenden, bleibt Agrarministerin Klöckner nicht nur hierzulande untätig. Sie lässt auch die Chance des deutschen EU-Ratsvorsitzes verstreichen, grausame Tiertransporte EU-weit zu stoppen.

Wenn von Deutschland aus Tiertransporte in diese Drittstaaten abgefertigt werden, geschieht dies so gut wie immer unter Missachtung der geltenden Tierschutzbestimmungen. Vier Pfoten hat deshalb wegen des Verdachts der Beihilfe zur Tierquälerei 21 Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen gestellt. Obwohl fast alle Bundesländer dafür gesorgt haben, dass weit weniger Drittlandexporte bewilligt werden, umgehen Transporteure skrupellos die geltenden Auflagen. Die Tiere werden zunächst in andere EU-Länder wie Ungarn verbracht und von dort aus in Drittländer weiterverfrachtet.

Statt wie bisher die Bundesländer damit alleinzulassen, sollte die Ministerin eine bundesweit einheitliche Erlasslage schaffen, die dafür sorgt, dass Tiere nicht mehr in Drittstaaten gelangen können. Das wäre ein erster wichtiger Schritt und ein starkes Signal in Richtung EU. Denn das Problem ist ein europäisches. Nur durch ein EU-weites Verbot von Drittlandexporten und eine Begrenzung der Transporte auf acht Stunden werden die grausamen Tiertransporte tatsächlich beendet. Das fordern gemeinsam mit uns auch 150.000 Bürgerinnen und Bürger in einem Protestschreiben an die Ministerin.

Alternativen zu den sinnlosen Todesfahrten müssen Standard werden. Wenn überhaupt, sollten nur noch Fleisch und Zuchtsamen statt lebender Tiere transportiert werden. Vor dem Hintergrund eklatanter Tierschutzprobleme und einer sich verschärfenden Klimakrise stellt sich die Frage, warum überhaupt massenhaft Tiere „produziert“ und diese wie eine Ware quer durch die Welt transportiert werden.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob sie dieses Element auch sehen wollen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

ist Kampagnenverantwortliche für Tiertransporte bei der Tierrechtsorganisation Vier Pfoten Deutschland mit Sitz in Hamburg.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben