LNG in Deutschland: Rekordimport an Flüssigerdgas über deutsche Terminals
An den deutschen Küsten werden derzeit große Mengen LNG angeliefert, der Großteil davon stammt aus den USA. Mehr Wärmepumpen könnten den Bedarf senken.
dpa/taz | Im ersten Quartal 2026 ist an deutschen Küsten so viel Flüssigerdgas (LNG) ins Netz eingespeist worden wie in keinem Dreimonatszeitraum zuvor. An den drei deutschen Terminals Brunsbüttel sowie Wilhelmshaven 1 und 2 kam Erdgas mit einer Energiemenge von mehr als 25 Terawattstunden an. Das teilte die bundeseigene Deutsche-Energy-Terminal-Gesellschaft (DET) mit. Der Irankrieg hat demnach bislang keine größeren Auswirkungen auf den LNG-Umschlag an den deutschen Terminals. Der Großteil der deutschen LNG-Importe stammte aus den USA.
Den Bau von Verladestellen für Flüssiggas in Deutschland hatte die Ampelregierung angestoßen, nachdem Russland die Lieferung von Erdgas per Pipeline als Antwort auf westliche Sanktionen für den Krieg gegen die Ukraine eingestellt hatte. Dabei plante die Regierung mit enormen Puffern, was sich in den vergangenen Jahren in einer vergleichsweise geringen Auslastung der Anlagen niederschlug. Die Opposition kritisierte das als Verschwendung von Steuergeld. Klimaexpert*innen warnten zudem davor, dass die Investitionen eine zu starke und lange Nutzung von fossilem Gas begünstige.
Neben den drei staatlich von der DET betriebenen Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel gibt es auch noch das Rügener LNG-Terminal in Mukran der Firma Deutsche Regas. Der Start eines weiteren von der DET betriebenen LNG-Terminals in Stade verzögerte sich zuletzt – es soll 2026 in Betrieb gehen.
Für die Wiederbefüllung der deutschen Erdgasspeicher, deren Füllstände nach diesem Winter vergleichsweise niedrig sind, spielen LNG-Importe laut der Initiative Energien Speichern, einem Verband der Gasspeicherbetreiber, eine untergeordnete Rolle. Flüssigerdgas machte zuletzt einen Anteil von rund 10 Prozent an den deutschen Gasimporten aus. Die deutlich größere Importmenge von Gas erreicht Deutschland über Pipelines.
Wärmepumpen senken Gasbedarf
Klimaschützer*innen werben immer wieder dafür, dass die Energiewende auch bei der Unabhängigkeit von Gasimporten helfe. Neue Wärmepumpen in Wohnhäusern hätten Deutschlands Importkosten für Flüssigerdgas in den vergangenen drei Jahren um 1,3 Milliarden Euro gesenkt, schätzt etwa die US-amerikanische Denkfabrik Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse in einer Analyse.
Deutsche Privathaushalte haben demnach zwischen 2022 und 2025 fast 1,1 Millionen Wärmepumpen installiert. Viele davon haben Gasheizungen ersetzt. Ohne diese Wärmepumpen hätte Deutschland die LNG-Importe in den drei Jahren zwischen 2023 und 2025 um rund 16 Prozent erhöhen und zusätzlich 1,3 Milliarden Euro für LNG-Importe ausgeben müssen, haben die Expert*innen berechnet.
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