: Kühe retten, Bäume pflanzen …
… dazu ein bisschen Protest. Reicht das für die ökologische Transformation?
„Was hindert uns eigentlich daran, über das zu sprechen, was wirklich wichtig ist?“, fragt ein Moderator auf dem taz lab. Ich hab eine Ahnung: Man findet den Weg vom Kleinen ins Große nicht mehr. Ich meine das mit dem Wald vor lauter neu gepflanzten Bäumen. Dabei gibt so viele Vorschläge in die richtige Richtung: Kühe retten, Fahrradwege bauen, die Moore nass machen. Reicht das für die ökologische Transformation?
Bei einem Workshop über Kälberaufzucht frage ich mich das. „Heutzutage liefert eine Kuh etwa 30 Liter Milch pro Tag. Ein riesiger Erfolg für die Züchtung. Nur für die Kuh ist das unglaublich anstrengend.“ Felicia von Borries von PROVIEH e. V. reicht Bilder von Kälbern herum, die friedlich mit ihren Müttern leben – eine Utopie. Die Realität: Mutterkühe, die ihr ganzes Leben lang für ihre Milch ausgenutzt werden. Die Kälber? Eher Mittel zum Zweck. Von ihren Müttern getrennt, werden sie meist schnell geschlachtet: „Mit der Milcherzeugung hängt auch immer die Fleischerzeugung zusammen. Das kann man nicht so einfach voneinander trennen.“ Würden wir das heute nicht anders machen, wenn wir es neu erfinden würden?
Auf jeden Fall hätten wir unsere Moore niemals ausgetrocknet. Sie sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume, sagt Franziska Tanneberger vom Greifswald Moor Centrum. Wie? „Da muss noch ein büschen geforscht werden“, kommentiert Milchviehhalter Karsten Padeken mit ordentlicher Prise norddeutschen Dialekts.
Auch die Stadt hat Antworten: „Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass wir für alles das Auto benutzen. An manchen Stellen ist es nötig, an anderen pure Gewohnheit.“ Ragnhild Sørensen, Pressesprecherin von Changing Cities, macht sich mit Verkehrsforscherin Kerstin Stark den ÖPNV und Radwege stark. Man muss sich an die autofreie Stadt wohl mal grundsätzlich heranwagen. Das klingt noch ganz schön groß. Aber „wir sind ja nicht Elon Musk und wollen SpaceX auf den Mars schicken. Wir wollen ein paar Radwege ausbauen!“ Kleine Schritte – so wirkt der Wandel doch gleich ein „büschen“ machbarer.
Ayeneh Ebtehajg
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