Konflikt in Afghanistan: UN beklagt über 10.000 zivile Opfer
Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge sind dem Konflikt auch im vergangenen Jahr tausende Zivilisten zum Opfer gefallen.

Der Sonderbeauftragte stellte einen Bericht über die zivilen Opfer vor. Danach wurden im vergangenen Jahr 3.438 Kinder, Frauen und Männer getötet, 7.015 erlitten Verletzungen. Im Vergleich zu 2016 ging die Zahl der zivilen Opfer um neun Prozent zurück. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein verlangte, dass gezielte Angriffe auf Zivilisten geahndet werden müssten.
Die UN machten die islamistischen Extremisten der Taliban, die Terrormiliz „Islamischer Staat“ und andere Gegner der Regierung für zwei Drittel aller Todesfälle und Verwundungen verantwortlich. Vielfach sprengten sich die Extremisten bei Angriffen auf die Zivilbevölkerung selbst in die Luft, hieß es. Die verwendeten Sprengsätze seien oft selbst hergestellt.
Für ein Fünftel der Opfer trügen die Regierungstruppen und ihre Verbündeten, darunter auch westliche Einheiten, die Verantwortung. Dabei betonten die UN, dass die Zahl der zivilen Opfer von Luftangriffen den höchsten Stand seit Beginn der Zählungen im Jahr 2009 erreicht habe. Im vergangenen Jahr seien 295 Menschen durch Attacken von Militärjets getötet worden, 336 hätten Verletzungen erlitten. In Afghanistan sind die nationale Luftwaffe sowie die Luftwaffen westlicher Verbündeter, vor allem der USA, im Einsatz.
Laut dem UN-Bericht sind mehr als zehn Prozent aller Fälle von zivilen Opfern auf direkte Kampfhandlungen zwischen den verfeindeten Parteien zurückzuführen. Die Verantwortlichen für die zivilen Toten und Verletzten könnten nicht ermittelt werden. Die Bundeswehr unterstützt die afghanischen Sicherheitskräfte und hilft beim Aufbau der Polizei.
Eine Koalition, die was bewegt: taz.de und ihre Leser:innen
Unsere Community ermöglicht den freien Zugang für alle. Dies unterscheidet uns von anderen Nachrichtenseiten. Wir begreifen Journalismus nicht nur als Produkt, sondern auch als öffentliches Gut. Unsere Artikel sollen möglichst vielen Menschen zugutekommen. Mit unserer Berichterstattung versuchen wir das zu tun, was wir können: guten, engagierten Journalismus. Alle Schwerpunkte, Berichte und Hintergründe stellen wir dabei frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade jetzt müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Was uns noch unterscheidet: Unsere Leser:innen. Sie müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Es wäre ein schönes Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Russlands Angriffskrieg in der Ukraine
„Wir sind nur kleine Leute“
Leak zu Zwei-Klassen-Struktur beim BSW
Sahras Knechte
Wahlkampf in Deutschland
Rotzlöffeldichte auf Rekordniveau
Regierungsbildung nach Österreich-Wahl
ÖVP, SPÖ und Neos wollen es jetzt miteinander versuchen
Friedensforscherin
„Wir können nicht so tun, als lebten wir in Frieden“
+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++
USA entwerfen UN-Resolution zum Krieg in der Ukraine ohne jede Kritik an Russland