Kommentar über Polizei-Hochschule : Einiges im Argen
Die Polizei-Uni ist seit Gründung umstritten. Billiger und sinnvoller wäre, die akademische Polizeiausbildung würde der Hochschule für angewandte Wissenschaften unterstellt.
S o etwas kommt nur selten vor: Der Hochschulsenat lehnt sich gegen seinen Präsidenten auf und fordert vom Hochschulrat die Abwahl - und das nur wenige Monate, bevor dessen Amtszeit ohnehin ausläuft. Das zeigt, dass an der Hochschule der Polizei doch einiges im Argen liegen muss, auch wenn das Wenigste nach außen dringt.
Der Aufstand an der Hochschule könnte in der Tat den positiven Effekt haben, die Diskussion um die Kommissar-Ausbildung neu zu entfachen. Denn es ist noch nicht vergessen, dass der CDU-Senat 2007 entgegen aller Warnungen das Gesetz zur Gründung einer eigenen Polizei-Uni mit heißer Nadel gestrickt hatte.
Viele hatten davor gewarnt, dass eine solche kleine, teure und selbstständige Einrichtung nicht funktioniert. Und wenn SPD-Innensenator Michael Neumann die Polizei-Uni jetzt unter die Lupe nimmt, ist das legitim.
Wenn jedoch wieder die Diskussion um eine Polizeiakademie entbrennt, ist das gefährlich. Denn die Befürworter kommen immer dann aus ihren Löchern, wenn es darum geht, den polizeilichen Einfluss in der Ausbildung zu erhalten.
Es wäre in der Tat ein Fortschritt, wenn die akademische Ausbildung zum gehobenen Polizeidienst der Hochschule für angewandte Wissenschaften unterstellt würde - das ist billiger und erweitert den Horizont der künftigen Kommissare.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert