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Kommentar Wohnungsbau Späte Initiative

Kommentar von

Marco Carini

Der Schritt, der 1.800 neue Wohnungen bringen soll, ist richtig und längst überfällig. Die Koalition kommt zu spät, um die Früchte ihrer Initiative noch zu ernten. Der nächste Wahltermin ist zu nah

L ange Zeit waren sie untätig im Wohnungsbau, die schwarz-grünen Hamburger Koalitionäre. Die Folge: Wohnungsknappheit - besonders bei bezahlbaren, in attraktiv geltenden Vierteln gelegenen Mietobjekten - und galoppierende Mieten, die das Gespenst der Gentrifizierung erst zum stadtweiten Thema werden ließen.

Nun tut Hamburg einen ersten wichtigen Schritt, den Notstand abzumildern. Wohnraum auf Gewerbebrachen lautet das Motto, und dass dafür auch mal ein paar Gewerbetreibende weichen müssen, wird billigend in Kauf genommen.

Der Schritt, der 1.800 neue Wohnungen bringen soll, ist richtig und längst überfällig. Denn die Koalition kommt zu spät, um die Früchte ihrer Initiative noch zu ernten: Zum nächsten Wahltermin dürfte keines der neuen Wohngebiete schon fertiggestellt sein. Zudem fehlt noch immer die konsequente Anwendung von Maßnahmen, die die Aufwertung und Umwandlung preiswerter Mietwohnungen verhindern können. Und es fehlt ein sozialer Wohnungsbau, der auch nur annähernd die Zahl der Wohnungen, die aus der Mietpreisbindung laufen, ausgleicht.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Marco Carini Hamburg-Redakteur

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