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Kommentar Neues Geld für soziale Stadt Eine erfreuliche Nachricht

Uwe Rada

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Uwe Rada

Wowereit hat noch Geld für Kieze. Was fehlt ist ein Verteilungschlüssel, der Schieflagen ausgleicht.

W ahlkampfzeit ist offenbar eine gute Zeit - zumindest für die Bezirke. Fast beiläufig hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei seiner letzten Bezirkstour durch Neukölln verkündet, die Kürzungen der Städtebauförderung durch den Bund ausgleichen zu wollen. Das ist eine ebenso überraschende wie erfreuliche Nachricht.

Dass die Kürzungen bei den Programmen Stadtumbau und Soziale Stadt die Existenz von Quartiersmanagern, Kiezprojekten und Infrastrukturvorhaben gefährdet, bezweifelt kaum einer im politischen Berlin. Und manch einen wird auch wütend gemacht haben, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor Kurzem über eine besondere Ausprägung von Parallelgesellschaften gerade in Berlin schwadronierte. Gleichzeitig strich sein Kabinettskollege Ramsauer die Gelder für Kiezprojekte zusammen.

Gleichwohl birgt Wowereits Kurs auch Risiken. Schließlich lautet die Botschaft an den Bund: Wir entlassen euch aus der Verantwortung und schultern das selber. Machte das Schule, wären alsbald neue Streichrunden die Folge.

Dennoch hat der rot-rote Senat keine Wahl. Jeder Euro, der in den Quartieren ausgegeben wird, geht in Bildung, Beteiligung, Ermutigung - kurzum: in den sozialen Zusammenhalt. Mittelfristig aber ist ein nächster Schritt nötig. Nur ein bezirklicher Finanzausgleich kann die Schieflagen beheben, die de Maizière so flapsig angesprochen hat. Ran also an die Verteilungsschlüssel: Neuköllner Schüler müssen der öffentlichen Hand künftig deutlich mehr wert sein als die in Zehlendorf.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Uwe Rada

Uwe Rada Redakteur taz.Berlin

Jahrgang 1963, ist Redakteur für Stadtentwicklung der taz. Weitere Schwerpunkte sind Osteuropa und Brandenburg. Zuletzt erschien bei Bebra sein Buch "Morgenland Brandenburg. Zukunft zwischen Spree und Oder". Er koordiniert auch das Onlinedossier "Geschichte im Fluss" der Bundeszentrale für politische Bildung. Uwe Rada lebt in Berlin-Pankow und in Grunow im Schlaubetal.
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