piwik no script img

Kommentar Bildungsmonitor Als Ranking ziemlich unbrauchbar

Kaija Kutter

Kommentar von

Kaija Kutter

Die Ergebnisse des Bildungsmonitors sind verkürzt und dienen eher als Materialsammlung denn als Ranking.

S achsen und Thüringen schneiden gut ab, die Nord-Länder dagegen schlecht. Dieses Fazit aus dem neusten Bildungsmonitor ist arg verkürzt. Er ist eher als Materialsammlung denn als Ranking zu gebrauchen.

So haben Flächenländer zum Beispiel einen höheren Schülerrückgang als Stadtstaaten. Wenn Thüringen und Sachsen vor zehn Jahren einen Geburtenknick verzeichneten, können sie natürlich frei werdende Mittel investieren und trotzdem sparen, wie es die Macher der Studie predigen. Hamburg dagegen hat kaum Schülerrückgang, und auch der bis 2020 prognostizierte bringt nicht viel Spielraum.

Fraglich ist auch die gelobte Zeiteffizienz. Der Bericht hebt die schnelle Umstellung auf Bachelor-Studiengänge in Niedersachsen positiv hervor, ohne zu prüfen, was diese taugen.

Und doch gibt es auch wertvolle Hinweise. So legt der Monitor bei Niedersachsen, das immerhin Platz fünf belegt, den Finger in die Wunde: Die Klassen sind dort viel zu groß. Und dass sich Mehrausgaben in Bildung volkswirtschaftlich rentieren, kann nicht oft genug betont werden. Wer Unis schließt, schneidet sich ins eigene Fleisch.

Interessant auch, dass die Stadtstaaten Hamburg und Bremen mit vergleichsweise hohen Abiturientenzahlen einen wertvollen Beitrag zur nötigen Akademisierung leisten, während PISA-Sieger Bayern hier versagt.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen

Kaija Kutter

Kaija Kutter Redakteurin taz-Hamburg

Jahrgang 1964, seit 1992 Redakteurin der taz am Standort Hamburg für Bildung und Soziales. Schwerpunkte Schulpolitik, Jugendhilfe, Familienpolitik und Alltagsthemen.
Mehr zum Thema

0 Kommentare