Kommentar Ausschreitungen Schweinske-Cup: Distanzloser Senator
Es wäre ein Zeichen von Größe, wenn Innensenator Michael Neumann Fehler der Polizeiführung eingestehen und die Diskussion über Konsequenzen öffnen würde. Gleiches erwartet er schließlich auch von den Clubs.
D ie Untersuchung des Bochumer Kriminologen Thomas Feltes wirft ein eindeutiges Bild auf die Randale beim Schweinske-Cup im Januar. Danach hat die Polizei die Situation erst falsch eingeschätzt, dann gar nicht gehandelt, um schließlich einäugig, unangemessen und rechtswidrig zu reagieren und damit zur Eskalation der Gewalt aktiv beizutragen.
Mit dieser Darstellung widerspricht Feltes – einst selbst Rektor einer Polizeischule – in fast allen Punkten der Darstellung des polizeilichen Einsatzleiters Kuno Lehmann vor dem Innenausschuss der Bürgerschaft. Er widerlegt damit eine Darstellung, die Innensenator Michael Neumann (SPD) veranlasst hatte, sich vorbehaltlos vor die Polizei zu stellen und Opfer zu Tätern zu verklären.
Feltes Expertise wirft viele Fragen auf, die Neumann nun beantworten muss. Denn nur eine kritische und transparente Aufarbeitung eigener Fehler kann helfen, diese in Zukunft zu vermeiden. Neumanns Fürsorgepflicht gegenüber den Beamten darf nicht weiter zur Distanzlosigkeit des Senators gegenüber polizeilichem Handeln führen.
Es wäre ein Zeichen von Größe, wenn Neumann Fehler der Polizeiführung endlich offen eingestehen und die Diskussion über Konsequenzen öffnen würde. Denn gleiches erwartet er schließlich auch von den Clubs, die ein Fanproblem haben.
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