Kolumne Pflanzen essen: Die Landwirtschaft ist das Problem
Viele vegan lebende Menschen nehmen Vitamin B12. Weil ihre Ernährung unnatürlich ist? Nein: Weil unsere Böden immer ausgelaugter sind.
W enn ich extra Vitamine nehmen muss, kann eine vegane Ernährung ja nicht natürlich sein, lautet eines der Lieblingsargumente von Anti-Veganern. Dem ist zu entgegnen: Natürliche Ernährung, so wie von der Natur vorgesehen, ist für einen Großteil der Menschheit nicht mehr möglich. Außer man lebt irgendwo im unberührten Regenwald und baut seine Nahrung selbst an.
Die Qualität unserer kommerziell erhältlichen Nahrung ist eine andere als vor Urzeiten und selbst noch vor 50 Jahren. Unsere Böden sind ausgelaugt, unser Wasser ist verschmutzt, hinzu kommt der weit verbreitete Gebrauch von Pestiziden und Herbiziden. Resultat: Was wir essen hat eine niedrigere Nährstoffdichte als von der Natur ursprünglich vorgesehen.
Ich ziehe es aber vor, mich optimal zu ernähren. Was bedeutet, dass im Küchenschrank neben meinem Vitamin B12 auch Superfoods wie Algen in Pillenform, Reishi Pilz Pulver (in der chinesischen Heilkunde als „Pilz der Unsterblichen“ bekannt) oder Goji-Schizandrabeeren-Extrakt stehen.
Apropos Vitamin B12, nicht nur Veganer profitieren von dessen Einnahme. Immer mehr Fleischesser leiden an B12-Mangel: Übermäßiger Fleischkonsum schädigt auf Dauer die Magen- und Darmschleimhäute durch Übersäuerung, in der Nahrung enthaltenes Vitamin B12 kann nicht mehr aufgenommen werden. Nicht umsonst hieß es damals Sonntags-Braten. Und nicht Jeden-Tag-Braten.
Trump oder Clinton? Das ist die große Frage. Aber auch Cannabis wird wichtig – am 8. November, dem Tag der Präsidentenwahl in den USA. In mehreren US-Staaten wird über die Legalisierung von Marihuana abgestimmt. Was das für die Drogenpolitik bedeutet, lesen Sie in der taz.am wochenende vom 5./6. November 2016. Außerdem: Eine Bilanz der Regierung Obama und ein Essay über den US-Wahlkampf. Und: Vor fünf Jahren wurden die Morde des "NSU" bekannt. Bis heute werde die Aufklärung blockiert, sagen die Linke Petra Pau, Opferanwalt Sebastian Scharmer – und Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer im Gespräch.
Früher war tatsächlich einiges besser. Zum Beispiel die Böden. Die waren knallvoll mit den Bakterien, die Vitamin B12 produzieren. Sodass man durch das Verspeisen kontaminierter Pflanzenkost genügend davon aufnahm, ohne Fleisch essen zu müssen.
Dass viele moderne Veganer Vitamin B12 nehmen, hat nichts damit zu tun, dass eine pflanzliche Ernährung unnatürlich ist. Sondern damit, dass unsere Umwelt immer steriler wird. Und der Boden ausgelaugter, unter anderem durch landwirtschaftliche Tierhaltung.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Strafe wegen Anti-AfD-Symbolik
Schule muss Tadel wegen Anti-AfD-Kritzeleien löschen
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt