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Kolumne Leuchten der MenschheitÜberwachung im Medienhaus

Kolumne
von Wolfgang Gast

Beim britischen „Daily Telegraph“ wurden Arbeitsplätze mit Bewegungsmeldern versehen. Sie sollten die Anwesenheit der Mitarbeiter überprüfen.

D ie MitarbeiterInnen des britischen Daily Telegraph staunten nicht schlecht, als sie am Montag der vergangenen Woche ihre Arbeitsplätze aufsuchten. Unter den Schreibtischen waren über Nacht schwarze Schachteln in der Größe von Zigarettenschachteln angebracht worden.

Als Hersteller war auf ihnen „OccupEye“ vermerkt. Die JournalistInnen googelten den Namen, stellten fest, dass es sich bei den Geräten um kabellose Bewegungsmelder handelte. Das berichtete das Internetportal Buzzfeed unter Berufung auf eine interne Mail, in der die Überwachungsmaßnahme bestätigt wird.

Wann und wie lange der Bürostuhl der Angestellten besetzt ist, lässt sich mittels OccupEye gut verfolgen. Über eine WLAN-Verbindung senden die Geräte Signale an einen Netzwerkempfänger, der die gesammelten Daten bündelt. Im späteren Verlauf kann die Datenbank für Analysen genutzt werden. Ausgelöst wird der Sensor von OccupEye von einer bestimmten Temperatur oder bei Bewegung.

Kaum hatte das Medienportal bei der Führung des Blatts um einen Kommentar angefragt, erreichte die Belegschaft des Telegraph eine E-Mail. Darin schrieben die Verantwortlichen, die Aktion diene der Steigerung der Energieeffizienz. Die Maßnahme solle lediglich vier Wochen dauern und unter anderem deutlich machen, wo und wann die Heizungen heruntergeregelt oder die Beleuchtung abgeschaltet werden können –alles im Rahmen des Engagements der Zeitung für die Förderung erneuerbarer Energien, denen sich der Verlag verpflichtet fühle.

OccupEye sieht das ähnlich. Auf der Seite der Firma findet sich eine Mitteilung, in der es heißt, die „grüne Initiative“ des Telegraph sollte unterstützt und als fortschrittliche Lösung bei der Gebäudebewirtschaftung angesehen werden. Fragt sich nur, warum die schicken Sensoren dann nach ihrem Bekanntwerden umgehend deinstalliert wurden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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3 Kommentare

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  • mowgli

    Schon klar. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten zwischen der Belegschaft des Daily Telegraph und der Unternehmensführung. Alles, was die Führung beschließt, dient ausschließlich dem Wohle aller. Määäh!

     

    Würde mich nicht wundern, würde ich als nächstes lesen, dass der Telegraph versucht hat eine eigene Steuer zu erheben, weil sich seine Führungsriege dem Allgemeinwohl so überaus verpflichtet fühlt...

  • wxyz

    Egal wie viele Bewegungsmelder es sind, bei den stumpfsinnigen Oberstrategen mancher Konzerne wird sich auch zukünftig nichts bewegen.

  • Lowandorder

    Kolumne Leuchten der Menschheit

    Überwachung im Medienhaus

    Beim britischen „Daily Telegraph“ wurden Arbeitsplätze mit Bewegungsmeldern versehen. Sie sollten die Anwesenheit der Mitarbeiter überprüfen.

     

    Die reine körperliche Anwesenheit -

    Was wollen die denn noch?

    Sie hat es doch bis heute -

    In den Klartext weltweit bekannter

    Firmenlogos - öh - geschafft!

     

    Am bekanntesten - AEG -

    Neben - ALLES EIN GAMMEL -

    (Gestr. wg Verstoß gegens UWG)

    ANKOMMEN EINSCHLAFEN GEHEN

    Wer - bitte - braucht da - Bewegungsmelder?

     

    kurz - Versteh einer die Aufregung.