Klima-Demonstrationen in Frankreich: Enttäuscht von Macrons Klimagesetz
Zehntausende haben in Frankreich für ehrgeizigere Maßnahmen im Klimaschutz demonstriert. Ihnen gehen die Pläne des Präsidenten nicht weit genug.
Foto: Christophe Ena/ap
afp | Zehntausende Franzosen sind am Sonntag erneut für eine ehrgeizigere Klimapolitik auf die Straße gegangen. Die Demonstranten beklagten, dass das geplante Klimagesetz nicht weit genug gehe. Zudem warnten sie vor der Absage eines von Präsident Emmanuel Macron in Aussicht gestellten Referendums zur Frage, ob der Klimaschutz in der Verfassung verankert werden solle.
Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich 115.000 Menschen an den landesweiten Kundgebungen, knapp die Hälfte von ihnen in Paris. Damit lag die Zahl der Demonstranten etwas höher als bei den Protestaktionen Ende März.
Die Proteste richteten sich gegen den „fehlenden Ehrgeiz des Klimagesetzes“ und die drohende Absage der Volksabstimmung, sagte der Schriftsteller Cyril Dion als einer der Gewährsleute für den Bürgerkonvent.
Das geplante neue Klimagesetz, das die Nationalversammlung am Dienstag in erster Lesung gebilligt hatte, geht maßgeblich auf Vorschläge eines Bürger-Klimakonvents zurück, den Macron ins Leben gerufen hatte. Es sieht unter anderem ein Verbot von kurzen Inlandsflügen und einen neuen Straftatbestand des „Ökozids“ vor.
Mitglieder des Klimarats enttäuscht
Besonders weitreichende Vorschläge wie etwa die Senkung des Tempolimits auf Autobahnen von 130 auf 110 Stundenkilometer wurden dagegen verworfen. Viele Mitglieder des Klimarats äußerten sich deshalb enttäuscht über Macron.
Zudem befürchten sie, dass nun auch das auf Vorschlag des Bürgerrats vom Präsidenten in Aussicht gestellte Klimareferendum nicht abgehalten wird. Aufgrund von Vorbehalten im von der Opposition dominierten Senat könnte das Vorhaben blockiert werden.
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