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Kirche gegen Missbrauch

Mit Präventionsmaßnahmen wollen Evangelische Kirche und Diakonie sexualisierte Gewalt verhindern. Fünf Anschuldigungen in den letzten 15 Jahren

Evangelische Kirche und Diakonie in Bremen haben eigenen Angaben zufolge Präventionsmaßnahmen eingerichtet, um Fälle von sexuellem Missbrauch möglichst zu verhindern.

Mit der stellvertretenden Leiterin der Kirchenkanzlei, Jutta Schmidt, gebe es in der Kirche seit Frühjahr 2010 eine feste Ansprechpartnerin zu diesem Thema, sagte Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche. Als Präventionsmaßnahmen wurden Hatscher zufolge unter anderem erweiterte Führungszeugnisse für alle Mitarbeitenden eingeführt. Die bremische Kirche habe ein eigenes Kinderschutzkonzept und einen Leitfaden für Mitarbeitende entwickelt. Sie beteilige sich aktiv an einem Arbeitskreis gegen sexuelle Misshandlung von Kindern und Jugendlichen, in dem verschiedene Bremer Behörden sowie Kriminalpolizei, Institutionen und Beratungsstellen vernetzt seien.

Der Bremischen Evangelischen Kirche seien bis heute zwei glaubhafte Hinweise auf sexuell grenzverletzendes Verhalten ihrer Beschäftigten in den 1950er- bis 1970er-Jahren bekannt geworden. In beiden Fällen seien die Beschuldigten bereits tot. Hatscher: „Hier standen vor allem die seelsorgerlichen Gespräche mit den Betroffenen im Mittelpunkt.“ Fünf Anschuldigungen seien in den vergangenen 15 Jahren zusammen mit den Behörden bearbeitet worden. „Davon konnte nur eine erhärtet und strafrechtlich verfolgt werden.“ In keinem Fall sei Geld geflossen.

Dem Diakonischen Werk sind keine Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt, hieß es. Bei den Mitgliedseinrichtungen seien sie nicht erfasst worden. Lediglich in einer Dokumentation über die Heimerziehung in Bremen werde für Anfang der 1950er-Jahre ein sexueller Übergriff auf einen Jungen im St.-Petri-Waisenhaus beschrieben. Ein weiterer Fall in St. Petri stamme aus den Jahren 1976/1977. (epd)

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