Kinder und Corona: Wunsch nach Wahrheit

Wie ansteckend sind Kinder, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben? So einfach ist das nicht zu beantworten – trotz zahlreicher Studien.

Auf einer Straße ist mit Straßenmalkreide ein Regenbogen gemalt worden. Darunter steht 1,50 Meter. Über dem Regenbogen sind Kinderbeine und ein Roller zu sehen.

Die Kinder seien die „Verlierer der Pandemie“, kritisieren viele Eltern und ÄrztInnen Foto: dpa

Neulich rief eine Mutter verzweifelt bei Wolfgang Kölfen an. Die Schule ihres Sohnes verlange eine ärztliche Bescheinigung darüber, dass sich der an Neurodermitis leidende Junge während des Unterrichts nicht ins Gesicht fassen werde. Andernfalls, so erzählt es der Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin der Städtischen Kliniken Mönchengladbach, dürfe der Junge das Schulgebäude nicht betreten; Corona halt, man bitte um Verständnis.

Gegenüber der Schule eines anderen seiner Patienten sollte Kölfen attestieren, dass das 8-jährige Kind im Klassenraum zwei Stunden still sitzen könne und sich auf dem Schulhof anderen Kindern nicht nähern werde; schließlich gelte in der Pandemie der Mindestabstand von 1,5 Metern.

„Es ist irrwitzig“, schimpft Kölfen ins Telefon, „jede Schule definiert ihre eigenen Regeln, unterrichtet wird mancherorts nur pseudomäßig, und überall regiert die Angst.“ Der Kinderarzt Wolfgang Kölfen, in weiteren Funktionen Sprecher der Chefärzte der Kliniken für Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen, Vizechef des Bundesverbands Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen Deutschlands und Delegierter der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, kann sich in Rage reden.

Mit der Umsetzung der schrittweisen Wiederöffnung von Schulen und Kindertagesstätten in Deutschland jedenfalls ist der Mediziner unzufrieden – wie viele Eltern und zahlreiche seiner Kollegen. Daran ändert auch die Ankündigung des nordrhein-westfälischen Schulministeriums vom Freitag wenig, zumindest die Grundschüler im Westen der Republik ab Mitte Juni wieder täglich zu unterrichten.

Kinder, so die Argumentation des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene in ihren jüngsten Stellungnahmen, gehörten zu den Verlierern der Pandemie. Von Anfang an seien ihre Interessen, Bedürfnisse und Grundrechte missachtet und sie selbst weggesperrt worden, nicht zu ihrem eigenen Schutz, sondern einzig zum Schutz Dritter.

Zu Unrecht, wie sich nun auch anhand internationaler Studien zeige: Danach erkrankten Kinder nicht nur seltener und weniger schwer an Covid-19 als Erwachsene. Sie seien, anders als bei der Influenza, auch keine Virusschleudern; innerhalb von Familien etwa infizierten in der Regel die Eltern ihre Kinder – nicht umgekehrt.

Schulen und Kitas wieder öffnen

Aus Sicht der Verbände der Kinder- und Jugendmediziner spricht deswegen vieles dafür, „Schulen und Kitas wieder uneingeschränkt zu öffnen“. Dass dies nicht geschehe, liege daran, so jedenfalls vermutet Wolfgang Kölfen, dass politische Entscheider in Deutschland „getriggert sind von einem bestimmten Virologen und dessen Studien“. Andere Forschungsergebnisse würden entweder kaum zur Kenntnis genommen oder spielten bei der politischen Entscheidung über die Lockerungen für Kinder nur eine untergeordnete Rolle.

Es ist ein Seitenhieb auf – wie unschwer zu erraten ist – den Chefvirologen der Berliner Charité, Christian Drosten, und die öffentliche Aufmerksamkeit, die dieser erfährt. Drosten berät auch die Bundesregierung; seine Studie zur Viruslast bei coronainfizierten Kindern und seine darauf gründende Skepsis bezüglich Schul- und Kitaöffnungen, dazu später mehr, machten diese Woche erneut Schlagzeilen.

Und zugleich ist es Ausdruck eines Missverständnisses darüber, was einzelne wissenschaftliche Untersuchungen zu leisten vermögen. Die Gesellschaft für Virologie fasste dieses Missverständnis am Donnerstag so zusammen: „Die weit verbreitete Erwartung einer prompten und endgültigen Wahrheit als Ergebnis einer Untersuchung ist wissenschaftsfremd.“ Und: „Wissenschaftliche Evidenz wird in den wenigsten Fällen durch eine singuläre Studie generiert, sondern durch die vielfache Reproduktion von Daten mit denselben oder anderen Forschungsansätzen.“

Der Reihe nach. Tatsächlich deuten einzelne Analysen aus China, Frankreich, aber auch aus dem Survey der Deutschen Gesellschaft für Pädia­tri­sche Infektiologie, in dem in Deutschland stationär behandelte Kinder mit Covid-19 erfasst werden, darauf hin, dass die Infektion innerhalb einzelner Familien, in denen sich die Infektionskette rekonstruieren ließ, in der großen Mehrzahl der Fälle über die Eltern erfolgte.

Eine bevölkerungsbezogene Querschnittsstudie aus Island wiederum konnte bei Kindern unter zehn Jahren gar keine Infektion nachweisen. In der Schweiz vertraten Wissenschaftler nach Analyse der Effekte nichtpharmazeutischer Interventionen auf die Zahl der Infektionen in 20 Ländern den Befund, dass Schulschließungen nur den zweitgeringsten Effekt auf die Ausbreitung der Infektionen hatten. Einen stärkeren Effekt hatte demnach das Schließen von Veranstaltungsorten und von Geschäften der kritischen Infrastruktur.

Eine Studie von Wissenschaftlern des Nationalen Gesundheitsinstituts aus den Niederlanden, die in dieser Woche veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Kinder unter zwölf Jahren bei der Übertragung des Coronavirus nur eine kleine Rolle spielen. Sie könnten sich zwar infizieren, die Übertragung aber finde hauptsächlich zwischen Erwachsenen in ähnlichem Alter und von Erwachsenen auf Kinder statt.

Auch erste Zwischenergebnisse einer Eltern-Kinder-Studie mit 5.000 Teilnehmern in Baden-Württemberg, die der dortige Ministerpräsident und Studienauftraggeber Winfried Kretschmann (Grüne) während einer Regierungspressekonferenz Ende Mai in Stuttgart zusammenfasste, freilich ohne genaue Zahlen zu nennen, zeigen offenbar, so Kretschmann: „Kinder waren seltener krank und seltener infiziert als Erwachsene.“ Das Ausbreitungsrisiko sei bei Kindern in Notbetreuung nicht erhöht gewesen im Vergleich zu Kindern, die während des Lockdowns zu Hause betreut wurden. Und, so der Regierungschef: „Wir können damit ausschließen, dass Kinder besondere Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens darstellen, jedenfalls bei diesem Virus.“

Geringere Ansteckungsgefahr nicht bewiesen

Demgegenüber hatte, und an dieser Stelle kommt der Virologe Christian Drosten ins Spiel, Mitte der Woche eine Forschergruppe der Berliner Charité in einer weiterhin vorläufigen, noch nicht in einem begutachteten Fachjournal publizierten, dafür aber überarbeiteten Rohfassung ihrer Studie zur Infektiosität von Kindern mitgeteilt: Die von ihnen ausgewerteten Daten lieferten „kaum Belege für Annahmen“, dass Kinder weniger infektiös als Erwachsene sein könnten. Die geringere Ansteckungsgefahr durch Kinder sei insofern nicht bewiesen.

Die Inter­pretation der Daten wird mit einer Schärfe diskutiert, als gehe es um absolutes Wissen

Drosten und sein Team hatten die Virenmengen im Nasen-Rachen-Raum von Infizierten verschiedener Altersgruppen miteinander verglichen und dabei, vereinfacht gesagt, herausgefunden, dass infizierte Kinder eine ebenso hohe Viruslast wie infizierte Erwachsene tragen.

Nachdem es zunächst aus der wissenschaftlichen Community Kritik an der statistischen Auswertung der Daten gegeben hatte, wird nun auch medial – geschuldet der Popularität Drostens – die Interpretation der Daten mit einer Schärfe und in einer Weise diskutiert, als gehe es um absolutes Wissen.

Lässt sich aus den Ergebnissen schlussfolgern, die Ansteckungsfähigkeit der Kinder sei ähnlich hoch wie die der Erwachsenen? Ist überhaupt gesichert, dass Personen mit hoher Viruslast den Erreger tatsächlich stärker verbreiten? Und vor allem: Wie belastbar ist die Empfehlung des Drosten-Teams, die uneingeschränkte Öffnung von Schulen und Kindergärten solle „sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests überwacht werden“?

Eine komplexe Herausforderung

„Eine Politisierung von dem, was man selbst tut oder sagt“, beschrieb der Kommunikationswissenschaftler Markus Lehmkuhl vom Karlsruher Institut für Technologie unlängst bei einer Pressekonferenz des Kölner Science Media Center das Dilemma, lasse sich „gar nicht vermeiden in so einer Gemengelage“, schon gar nicht, wenn ein Forscher dann noch Empfehlungen äußere, „wozu ja Wissenschaftler ausdrücklich aufgefordert sind“.

Die Herausforderung für politische Entscheider wie für Journalisten, aber auch für naturwissenschaftliche Laien indes sei nicht weniger komplex, sagt der Senior-Psychologieprofessor Rainer Bromme von der Uni Münster. Sie bestehe nicht nur darin, den Überblick über die Vielzahl der Untersuchungen zu behalten. Sondern auch darin, sich vor Augen zu führen, dass allein aufgrund unterschiedlicher Studiendesigns, Forschungsfragen und Voraussetzungen in den verschiedenen Ländern vieles kaum miteinander vergleichbar, geschweige denn inmitten der Pandemie anderswo reproduzierbar wäre.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

Dazu kommt: Viele der derzeit kursierenden Datenauswertungen sind bloß vorläufig. Was normalerweise weitgehend in der wissenschaftlichen Fachwelt – transparent, aber außerhalb des Radars der allgemeinen Öffentlichkeit – diskutiert wird, steht nun angesichts des Drucks, die Pandemie zu bekämpfen, unter extremer Beobachtung. Einen „Einblick in den Maschinenraum der Wissensproduktion“, nennt Bromme das.

Der wissenschaftliche Prozess zur Erforschung der Infektiosität von Kindern jedenfalls, so viel gilt zumindest als sicher, dürfte keineswegs abgeschlossen sein, wenn die Kultusministerinnen und -minister der Länder demnächst über die Zukunft des Schulunterrichts nach den Sommerferien entscheiden werden.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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