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Kinder fragen, die taz antwortetWarum haben Bulldoggen keinen Schwanz?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre.

Ein Dackel hat kurze Beine, ein Pudel hat Locken – und manche Bulldoggen haben keinen Schwanz. Kaum zu glauben, dass all diese Hunde denselben Urahn haben: den Wolf. Dem sehen manche Hunderassen so gar nicht mehr ähnlich.

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Der Hauptgrund dafür ist der Geschmack der Menschen. Über viele Hundert Jahre haben Hundezüchter genau ausgesucht, welche Hundemännchen und -weibchen miteinander Kinder bekommen. Sie haben sich zum Beispiel zwei Tiere gesucht, die beide besonders kurze Beine haben. Oder lange Ohren. Oder eine flache Schnauze. Das hatte ihr Nachwuchs dann auch, für den sie wieder einen Partner gesucht haben. So entstanden nach und nach Hunderassen, die ganz verschieden aussehen.

Ihnen wurde noch ein größeres Problem angezüchtet

Auch der kurze oder fast fehlende Schwanz von Bulldoggen ist so entstanden. Dabei könnten die Tiere den Schwanz gut gebrauchen. Er hilft ihnen, beim Rennen das Gleichgewicht zu halten, und ist wichtig, um sich auszudrücken. Hunde wedeln, heben oder senken ihren Schwanz und verraten damit anderen Hunden, ob sie sich freuen, sich fürchten oder besser in Ruhe gelassen werden wollen. Eine Bulldogge kann das schlechter zeigen.

Doch den armen Bulldoggen wurde noch ein viel größeres Problem angezüchtet. Wie auch Möpse haben sie eine sehr kurze Schnauze. Das sollte den Tieren wohl ein niedlicheres Aussehen verleihen. Dadurch sind aber ihre Atemwege oft so eng, dass es den Tieren schwer fällt zu atmen. Besonders an heißen Sommertagen ist das gefährlich für die Hunde, weil sie beim Hecheln nicht genug Luft bekommen. Fachleute sprechen deshalb von Qualzucht: Tiere werden auf ein Aussehen gezüchtet, das ihnen gesundheitliche Probleme bereitet.

In Deutschland sind Qualzuchten verboten. Das bedeutet aber nicht, dass es deshalb keine Bulldoggen mehr gibt. Denn das Tierschutzgesetz verbietet nicht die Hunderassen an sich, sondern das Züchten von gesundheitlichen Schäden. Damit bleibt etwa die Bulldogge erlaubt, wenn die Zucht verhältnismäßig gesunde Tiere hervorbringt.

So richtig einfach lässt sich jedoch nicht überprüfen, wie sehr eine Bulldogge wegen ihrer kurzen Schnauze und ihres kurzen Schwanzes leidet. Tierärzte und Tierschutzorganisationen setzen sich für strengere Regeln ein. Und zum Glück denken viele Züchter inzwischen auch um. Sie versuchen, wieder Hunde mit längeren Schnauzen und weniger Beschwerden zu züchten.

Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an: kinderfragen@taz.de.

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