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Kennzeichnung der HaltungsformMehr Fleisch aus besseren Ställen

Der Anteil von Fleisch aus den höheren „Haltungsform“-Stufen in Supermärkten steigt. Besonders bei einer Tierart verbessern sich die Haltungsbedingungen.

Die Haltungsform wird auch für Rinder immer besser Foto: Elke Münzel/imago

Immer mehr Fleisch im Supermarkt kommt aus tiergerechteren Ställen. 2024 waren rund 62 Prozent des Rindfleisches im Selbstbedienungsregal mit der privaten „Haltungsform“-Kennzeichnung in der Stufe 1, die nur Stall und vergleichsweise wenig Platz vorsieht. Das ist ein Rückgang zum Vorjahr um 13 Prozentpunkte, wie die Trägergesellschaft Initiative Tierwohl am Donnerstag vor der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin mitteilte. Die Stufe 3 mit Zugang zum Außenklima und mehr Platz stieg demnach von knapp 6 auf 17 Prozent.

Die Haltungsform-Kennzeichnung ist ein Siegel in Rot, Blau, Orange, Hellgrün und Dunkelgrün mit den Zahlen 1 bis 5 für fünf Stufen mit wachsenden Anforderungen an die Haltung – von „Stall“, den gesetzlichen Mindestanforderungen, bis zu „Bio“. Es wird bisher von den Supermärkten Aldi Nord und Süd, Bünting, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny, Rewe und den McDonald's-Fastfoodrestaurants genutzt. Die Ladenketten haben einen Anteil von ungefähr 80 bis 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels.

Auch bei Putenfleisch legten die höheren Stufen zu: Stufe 2 (Stall mit etwas mehr Platz) sank um 14 Punkte auf 78 Prozent. Stufe 3 dagegen stieg um 13 Punkte auf 19 Prozent. Bei Hähnchen dominierte wie im Vorjahr Stufe 2 mit 89 Prozent. Die niedrigste Stufe lag bei 0 Prozent.

86 Prozent des Schweinefleischs stammte aus der Haltungsstufe 2. Die 2024 neu eingeführte Haltungsstufe 5 „Bio“ hat bei Schweinefleisch einen Anteil von 4 Prozent. Stufe 3 kam auf 3 Prozent.

Fast die gesamte Ware gekennzeichnet

Insgesamt war fast das gesamte Angebot der jeweiligen Fleischart bei den teilnehmenden Unternehmen gekennzeichnet. Am niedrigsten war die Quote beim Rindfleisch mit 94 Prozent. Bei Molkereiprodukten ist die Kennzeichnung jedoch noch nicht flächendeckend umgesetzt: Hier sind es nur rund 13 Prozent.

Die von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Handel und Firmen der Gastronomie getragene Initiative versprach den Bauern für 2026 zwei neue Programme mit Preisaufschlägen für zusätzliche Tierwohlanforderungen der Stufen 3 und 4.

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