Katastrophenforscher über Corona: „Wir waren blind“

Krisenprävention wurde zu lange vernachlässigt, sagt Martin Voss. Ein Gespräch über soziale Missstände und andere Lehren aus der Coronakrise.

Ermittler in Schutzkleidung bereiten sich auf das Betreten des Kreuzfahrtschiffes "Ruby Princess" vor

Das wäre doch nicht nötig gewesen: Bessere Krisenvorsorge hätte sich bei Corona ausgezahlt Foto: Nathan Patterson/dpa

taz: Herr Voss, in einer aktuellen Umfrage gibt ein Viertel der Befragten an, nach der Coronakrise weniger Geld ausgeben zu wollen. Verändert die Pandemie unser Konsumverhalten langfristig?

Martin Voss: Ich bin kein Ökonom, aber klar ist, wir werden weniger Kaufkraft in der Gesellschaft haben. Geplante Anschaffungen wie der Kauf eines Autos oder einer Stereoanlage werden nun zunächst aufgeschoben, aber bei vielen auch zurückgenommen, da andere Fragen in den Vordergrund rücken. Allerdings sind nicht alle Mitglieder der Gesellschaft gleichermaßen betroffen.

Fast ein Drittel der Deutschen kann sich keine unerwarteten Ausgaben von 1.000 Euro leisten.

Jede Krise und Katastrophe trifft besonders diejenigen, die ohnehin verletzlich sind. Sie haben weniger Ressourcen, um sich abzusichern. Wir bezahlen jetzt den Preis dafür, dass wir uns eine gesellschaftliche Ungleichheit geleistet haben, die einen Großteil der Bevölkerung am existenziellen Limit hält. Das gilt natürlich nicht nur national, sondern besonders auch global. Der beste Schutz vor Katastrophen ist die Reduktion von Armut.

Schlecht bezahlte Dienstleistungsberufe, wie Krankenschwestern, Kassiererinnen oder Busfahrer, erfahren in diesen Tagen mehr Anerkennung. Unternehmensberater oder Hedgefondsmanager, sogenannte „Bullshit-Jobs“, wie sie der Anthropologe David Graeber nennt, erscheinen geradezu überflüssig. Welche Lehren lassen sich daraus ziehen?

Wir dürfen den Wert von Arbeitsleistungen nicht völlig dem Markt überlassen. Der Markt bewertet nicht nach gesellschaftlichen Maßstäben, welche Art von Arbeit für eine Gesellschaft von besonderer Bedeutung ist, er ist keine moralische Wertungsinstanz. In der jetzigen Krise fällt uns besonders auf, dass wir diese wichtigen Berufe sowohl sozial als auch monetär nicht hinreichend anerkannt haben.

Manche sehen in der Pandemie eine Chance, gesellschaftliche Missstände zu beseitigen. Was glauben Sie, überwiegen langfristig die positiven oder die negativen Folgen?

Weder noch. Man könnte sagen, dass auch eine Katastrophe wie der Zweite Weltkrieg positive Folgen hatte, weil man danach klüger war als vorher. Trotzdem hätten wir uns das lieber erspart. In jeder Krise und Katastrophe liegen immer auch Chancen, weil tradierte Handlungspfade und bestimmte Muster des Denkens infrage gestellt werden. Dadurch nehmen wir neue Handlungsoptionen in den Blick. Wir waren blind und können jetzt wieder ein bisschen sehen.

Ist die Coronakrise eine Krise des Kapitalismus?

Es ist keine Krise des kapitalistischen Grundgedankens an sich. Jedoch handelt es sich insofern um eine Krise des Kapitalismus, als wir sehen können, wo seine größten Schwachstellen sind. Diese müssen wir wieder stärker durch staatliches Steuerhandeln kompensieren.

48, ist Leiter der Katastrophenforschungsstelle an der FU Berlin. Der Sozialwissenschaftler beschäftigt sich aus einer interdisziplinären Perspektive insbesondere mit den kulturellen und sozialen Aspekten bei der Prävention und Bewältigung von Krisen und Katastrophen.

Zeit also für eine neue Infrastrukturpolitik?

Wir haben in Deutschland die Tradition des Ordoliberalismus, was wir später soziale Marktwirtschaft genannt haben und wovon immer weniger übrig geblieben ist. Dieser Entwurf besagt: Es gibt Bereiche, die nicht adäquat vom Staat bedient werden können, und Bereich, in denen der Markt nicht angemessen funktioniert. Der Gesundheitsbereich ist ein Beispiel für Letzteres. Wir müssen diese Krise zum Anlass nehmen, um auch andere Bereiche auf solche Schwachstellen zu überprüfen und Marktversagen zu korrigieren.

Glauben Sie, dass auf die Coronakrise ein grundsätzlicher Wertewandel folgt?

Definitiv. Es ist eine so fundamentale Krise, dass wir in allen Bereichen des Lebens von tagespolitischen Themen auf Grundsatzfragen umschwenken werden. Diese grundsätzlichen Verteilungsfragen, die Sie ansprechen, aber auch unser Selbstverständnis als Menschen haben wir in den letzten Jahren nicht mehr diskutiert. Ich bin überzeugt, dass kein gesellschaftlicher Bereich davon frei bleibt, egal ob es die Ökonomie, das Soziale, die Ethik oder die Umweltfragen sind.

Armut, Vereinsamung, Depressionen – wie lange darf die Ausnahmesituation andauern, damit der gesundheitliche Nutzen die sozialen Kosten überwiegt?

Dieses Abwägen ist der Kern des Problems. Auch damit haben wir uns im Vorfeld nie auseinandergesetzt. Was ist es uns wert, für den Schutz ganz besonders gefährdeter Menschen soziale und ökonomische Konsequenzen in Kauf zu nehmen? Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir nicht dahingeschwenkt sind, das Ökonomische vor die Gesundheit zu stellen. Damit wäre vor Corona durchaus auch zu rechnen gewesen. Es geht hier eben um unser Selbstverständnis als Menschen, auf Ihre Frage gibt es daher keine einfache Antwort.

Wie kann ein Ausstiegsszenario aussehen?

Wir werden schauen müssen, welche Bereiche des Lebens für eine Gesellschaft fundamental sind. Das ist ein Realexperiment, Sozialtechnologie par excellence. Wir werden wohl anfangen, bestimmte Bereiche zu liberalisieren, manche Geschäfte wieder tageweise zu öffnen, wichtige Industriebereiche wie die Autoindustrie wieder hochzufahren und den Bürgerinnen und Bürgern wieder erweiterte Bewegungsfreiheiten einzuräumen – aber jeweils so, dass man es in Hinsicht auf die Fallzahlen noch kontrollieren kann. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten mit solchen Maßnahmen experimentieren müssen.

Bereits 2012 hat das RKI in einem Bericht den Verlauf einer potenziellen Corona-Pandemie recht genau vorhergesagt. Hätte sich Deutschland besser vorbereiten müssen?

Die Studie ist seit jeher öffentlich. Noch vor vier Monaten, als die ersten Nachrichten zur Situation aus China kamen, saß das Zukunftsforum öffentliche Sicherheit (Anm. d. Red.: fraktionsübergreifende Initiative von Abgeordneten des Deutschen Bundestags) bereits daran, dieses Szenario zu überarbeiten und nochmals auf die Gefahr hinzuweisen.

In dem Papier steht drinnen, dass es keine Frage ist, ob eine Pandemie geschieht, sondern wann. Der Bericht von 2012 war ein Weckruf, der die breite Öffentlichkeit ganz offensichtlich nicht erreicht hat. Das zeigt, wie wenig es die Gesellschaft vorher interessiert hat, sich mit dem Risiko einer Pandemie zu beschäftigen.

Wird die Gefahr potenzieller Krisen gemeinhin unterschätzt?

Definitiv. Medien richten ihren Fokus auf das Alltägliche oder auf aktuelle Krisen und nicht so sehr auf potenzielle Gefahren. Die Politik ist auf kurzfristige Entscheidungen angelegt, die Wählerstimmen bringen. Wie wichtig Krisenprävention ist und dass sich diese langfristig sogar ökonomisch rechnet, geht dabei unter. Paradoxerweise sieht man am Ende nicht unbedingt, ob es sich gelohnt hat.

Die beste Krisenprävention hat nämlich zur Folge, dass die Katastrophe ausbleibt. Damit lassen sich keine Wahlen gewinnen. Zudem haben wir in der ganzen Welt kein adäquates Forschungszentrum, das sich mit solchen grundlegenden Risiken beschäftigt. Das ist für mich das größte Armutszeugnis. In dieser Hinsicht sind wir wirklich selbstverschuldet blind gewesen.

Viele dieser Mechanismen treffen auch auf die Klimakrise zu.

Ja, da greifen die beiden Krisenphänomen ineinander. Wir werden ganz gravierende Auswirkungen auf die Diskussion um den Klimawandel haben. Allerdings nicht nur im positiven Sinne. Die Ressourcen haben sich deutlich verknappt. Es wird also sehr viel schwieriger, Gelder für den Klimaschutz zu mobilisieren. Ich fürchte, dass der Klimawandel vorerst von anderen Problemen verdrängt wird.

Gleichzeitig erleben wir, dass Gesellschaft sehr viel gestaltbarer ist, als wir es uns in den letzten Jahren eingestehen wollten. Wenn man das Risiko in seiner vollen Tragweite global begreift und zu radikaler Umgestaltung bereit ist, dann kriegen wir auch den Klimawandel hin. Nach dem Lockdown sollten wir auf keinen Fall direkt wieder denselben Pfad wie vorher beschreiten. Der bereitet nur die nächste Katastrophe vor.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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