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Kahlschlag in HoppegartenBäume im Galopp gefällt

Für das Pferdetraining an der Galopprennbahn in Hoppegarten sind tausende Bäume gefällt worden - mit Genehmigung der zuständigen Behörde. Das empört den Naturschutzbund. Er will das Verfahren überprüfen.

Eine radikale Baumfällaktion an der Galopprennbahn Hoppegarten erbost den Naturschutzbund (Nabu). Dort wurden in den vergangenen Wochen mehrere tausend Bäume gekappt, darunter allein rund 1.000 Eichen, klagt Martina Hiller von der Ortsgruppe des Naturschutzbundes.

Die Bäume standen an der sogenannten Bollensdorfer Trainingsbahn, die zu der Galopprennbahn gehört. Die hatte im März 2008 der Finanzmakler und Pferdekenner Gerhard Schöningh erworben. Er will die Bahn wieder für Pferderennen nutzen und den Standort für Trainer und Besitzer von Rennpferden attraktiver machen.

Die Abholzung ist laut Andreas Neue, dem Geschäftsführer von Hoppegarten, vor allem eine Sicherheitsmaßnahme. "Wenn die Vollblüter hier mit 60 Stundenkilometern entlangbrausen, ist es wichtig, dass sie nicht irritiert werden", sagt Neue. Zudem müssten die Trainer gute Sicht auf das Gelände haben. Nicht zuletzt sei die Qualität der Sandbahn durch den Schattenfall und Laubbefall gemindert. "Ohne die Bäume kann sie gleichmäßig abtrocknen, und der Bildung von Humus und Schlamm wird vorgebeugt."

Auch der Nabu begrüßt die Wiederbelebung der Rennbahn. "Aus unserem Verein reiten auch viele, aber aus diesen Gründen wäre das Abfällen einer so hohen Anzahl von Bäumen nicht nötig gewesen", entgegnet Hiller. Auch bei Anwohnern hat die Fällaktion Entsetzen hervorgerufen. "Es sieht aus wie ein Schlachtfeld. Hier macht doch jeder, was er will", sagt Andreas Fischer, ein Imker aus dem Umland. Ganz so ist es nicht: Die Aktion war offiziell genehmigt, sagt Reinhard Marschler von der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Märkisch-Oderland. "Es ist sehr befremdlich, dass eine Behörde, die eigentlich zum Schutz der Natur dient, einen solchen Kahlschlag befürwortet. Das sollte Konsequenzen nach sich ziehen", sagt Martina Hiller. Der Nabu werde daher das Genehmigungsverfahren prüfen lassen.

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