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Jury der Venedig-Biennale tritt zurückKrach in Venedig

Aus Protest gegen die Teilnahme Russlands und Israels ist die Jury der Kunstbiennale in Venedig zurückgetreten. Nun sollen die Be­su­che­r:in­nen abstimmen

taz/dpa | Wenige Tage vor Beginn der Kunstbiennale in Venedig ist die Internatione Jury geschlossen zurückgetreten. In den vergangenen Wochen hatte es zunehmend Spannungen zwischen dem Biennale-Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco mit den Ju­ro­r:in­nen sowie der italienischen Regierung gegeben. Buttafuoco hatte entschieden, trotz des Ukrainekriegs russische Künst­le­r:in­nen an der Biennale teilnehmen zu lassen. Daraufhin hatte die EU-Kommission der Biennale einen Zuschuss in Höhe von 2 Miliionen Euro entzogen. Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli hatte angekündigt, die Eröffnung der Biennale am 9. Mai zu boykottieren.

Berichten italienischer Medien zufolge, will Buttafuoco nun das Publikum zur Jury machen: Die Biennale-Besucher:innen sollen darüber abstimmen, welche Künst­le­r:in­nen die Preise gewinnen. Die Löwen, wie die Preise heißen, würden dann nicht am Anfang, sondern zum Ende der Ausstellung im November vergeben. Offenbar kann das Publikum die Preise auch an Künst­le­r:in­nen aus Russland, Belarus oder Israel vergeben.

An der Teilnahme dieser Länder hatte sich Streit entzündet. Eine Onlinepetition mit dem Titel „Stoppt die Normalisierung von Kriegsverbrechen durch Kunst“ hatte mehrere Millionen Unterschriften gesammelt. Seit 2022 war Russland von der Biennale ausgeschlossen. Nun sollen fast 40 russische Künst­le­r:in­nen an der Ausstellung „The tree is rooted in the sky“ („Der Baum ist im Himmel verwurzelt“) teilnehmen, die im russischen Pavillon in den Gärten der Biennale gezeigt wird.

Die Leitung begründete diese Entscheidung damit, dass die Ausstellung auch angesichts geopolitischer Spannungen ein Raum für Dialog, Offenheit und künstlerische Freiheit bleiben solle. Ukrainische und belarussische Künst­le­r:in­nen werden ebenfalls in Venedig vertreten sein, ebenso wie Künst­le­r:in­nen aus Iran, Israel und den USA.

Die weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst wurde vor der Eröffnung bereits von anderen Ereignissen überschattet, etwa vom Tod der Künstlerin Henrike Naumann, die den deutschen Pavillon gestalten sollte.

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