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Journalisten in Dominikanischer RepublikAuf Sendung erschossen

Zwei Radiojournalisten werden erschossen. Kollegen spekulieren, dass die Morde vor laufender Kamera mit Berichten über soziale Missstände zu tun haben.

epd/dpa | Zwei Radio-Journalisten in der Dominikanischen Republik sind während einer Facebook-Live-Sendung erschossen worden. Unbekannte stürmten am Dienstagmorgen (Ortszeit) das Studio von FM 103 in San Pedro de Macorís im Osten des Landes, wo Luis Manuel Medina gerade die Nachrichten las, wie die Tageszeitung El Nacional berichtete. Der Produzent der Sendung „Milenio Caliente“ (Heißes Jahrtausend), Leónidas Martínez, sei in einem Nebenraum erschossen worden. Die Studio-Sekretärin wurde demnach verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Drei Männer seien festgenommen worden. Das Tatmotiv war zunächst unklar.

Journalistenorganisationen spekulierten, dass die Morde mit Berichten über soziale Missstände zu tun haben könnten. Die Präsidentin der Radiomoderatorenvereinigung des karibischen Landes, Ana Daisy Guerrero, sprach von einem Anschlag auf die Pressefreiheit.

Nach Informationen von „Reporter ohne Grenzen“ riskieren Journalisten in der Dominikanischen Republik Drohungen, Gewalt und Entführungen bis hin zum Mord, wenn sie über Drogenhandel, Korruption oder organisiertes Verbrechen berichten. Hinzu kämen Polizeigewalt, willkürliche Festnahmen und Hetzkampagnen gegen unliebsame Medienvertreter.

Im Internet kursierte ein Video des Vorfalls. Darauf ist zu sehen, wie Medina beim Verlesen der Nachrichten innehält, als von draußen Schüsse ertönen und eine Frauenstimme „Schüsse! Schüsse! Schüsse!“ ruft. Kurz darauf wurde er getötet.

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