Israel und die arabische Welt: Trumps Verkupplung wird offiziell

Marokko und Israel wollen Verhältnis normalisieren. Das kündigt US-Präsident Trump an. Dafür erkennt Washington Rabats Anspruch auf die Westsahara an.

Donald Trump schaut grimmig. Er ist äußerst orange.

Gibt gerne den Amor in Sachen Israel: Donald Trump Foto: Patrick Semansky

WASHINGTON ap | Marokko und Israel werden ihre diplomatischen Beziehungen normalisieren. Das gab US-Präsident Donald Trump am Donnerstag bekannt. Die USA würden als Teil der Vereinbarung Marokkos Anspruch auf die umstrittene Region Westsahara anerkennen. In Rabat und Tel Aviv sollten sofort Verbindungsbüros eröffnet werden, und letztlich werde es auch zur Eröffnung von gegenseitigen Botschaften kommen.

Im Gespräch mit König Mohammed VI. habe Trump vereinbart, dass Marokko zusätzlich zu den diplomatischen Beziehungen auch die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit Israel ausbauen werde, um die Stabilität in der Region zu fördern, hieß es.

Das nordafrikanische Land hat bereits seit Jahrzehnten informelle Verbindungen zu Israel und seit langem gibt es Gerüchte darüber, dass Marokko bereit sei, seine Beziehung zu Israel offiziell machen.

Das Königreich kann auf eine jahrhundertealte jüdische Geschichte zurückblicken. Vor der Gründung Israels 1948 lebte eine große jüdische Bevölkerungsgruppe in dem Land – heute haben Hunderttausende israelische Juden marokkanische Vorfahren. Etwa 50 000 Israelis reisen jährlich nach Marokko, um mehr über ihre Familiengeschichte und eine kleine jüdische Gemeinschaft von mehreren Tausend Menschen zu erfahren, die bis heute in Marokko existiert.

Spanische Kolonie

Die Westsahara wiederum ist ein Streitpunkt auf dem afrikanischen Kontinent. Sie war bis 1975 spanische Kolonie. Der völkerrechtliche Status ist bis heute nicht geklärt. Die Befreiungsbewegung Polisario rief 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara aus, die aber nur einigen afrikanischen und südamerikanischen Staaten anerkannt wird. Marokko besetzte das Land militärisch. Ein bereits für 1992 geplantes Referendum über die Zukunft Westsaharas scheitert bis heute am Streit zwischen Marokko und der Polisario über die Abstimmungsberechtigten.

Dazu erklärte das Weiße Haus, Trump habe seine Unterstützung für Marokko bekräftigt. Das Land habe einen ernsthaften, glaubwürdigen und realistischen Vorschlag gemacht, um eine gerechte und anhaltende Lösung des Streits zu finden – in diesem Sinne erkenne Trump Marokkos Souveränität über die gesamte Westsahara an.

Mit Marokko hat Trump nun in vier Monaten vier Mal eine Normalisierung der Beziehungen zwischen arabischen Ländern und Israel bekannt gegeben. Den Anfang hatten die Vereinigten Arabischen Emirate gemacht, danach folgten Bahrain und Sudan. Die US-Regierung bemüht sich, auch Saudi-Arabien in die Gruppe der Länder zu holen.

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