: Israel beginnt Totalsperre
Palästinensergebiete vor jüdischem Feiertag Jom Kippur abgeriegelt. Explosion im Gaza-Streifen forderte drei Tote
JERUSALEM/GAZA dpa/afp ■ Die israelische Armee hat die Palästinensergebiete gestern vor Beginn des hohen jüdischen Feiertags Jom Kippur erneut vollständig abgeriegelt. Der israelische Rundfunk meldete, die Maßnahme sei um sechs Uhr Ortszeit in Kraft getreten. Die totale Sperre solle bis Dienstagmorgen andauern. Die Armee habe erneut betont, die Reise israelischer Staatsbürger in die Palästinensergebiete sei „verboten und gefährlich“. Bereits am Samstag hatte die Armee die Blockade der palästinensischen Städte aufrecht erhalten und es den Einwohnern auch nicht ermöglicht, sich für den nächsten Tage mit Lebensmitteln einzudecken. Grund für diese Maßnahmen seien, nach Angaben des israelischen Armeesenders, zahlreiche Warnungen vor Anschlägen auf israelische Siedlungen am Jom Kippur.
Zuvor waren am Freitag bei einer Explosion im Gaza-Streifen nach palästinensischen Angaben drei Palästinenser getötet worden. Im Haus eines Mitglieds der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Jassir Arafat in der Ortschaft Dschabalija habe es aus zunächst unbekannter Ursache eine Detonation gegeben. Acht weitere Menschen wurden verletzt. Die Opfer seien Verwandte des Fatah-Mitglieds gewesen, einer von ihnen sei ein Mitglied des Islamischen Dschihad gewesen.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen