Iranische Atomanlagen: Israel wollte Bomber schicken
Israel wollte die iranische Atomanlagen bombardieren. Nur die ablehnende Haltung von US-Präsident George W. Bush verhinderte einen Angriff.
LONDON afp Israel hat Presseinformationen zufolge dieses Jahr ernsthaft die Bombardierung iranischer Atomanlagen erwogen, erhielt dafür jedoch keine Unterstützung von US-Präsident George W. Bush. Wie die britische Zeitung The Guardian in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf ranghohe europäische Diplomaten berichtet, erörterte der israelische Regierungschef Ehud Olmert das Thema mit Bush während eines Treffens unter vier Augen am 14. Mai in Israel. Bush habe seine ablehnende Haltung damit begründet, dass bei einem israelischen Angriff im Iran Vergeltungsschläge auf US-Ziele im Irak und in Afghanistan drohten. Außerdem habe er zu bedenken gegeben, dass es möglicherweise nicht gelingen werde, die Atomanlagen unbrauchbar zu machen.
Israel hätte den Angriff zwar auch ohne Unterstützung der US-Regierung starten können, heißt es in dem Bericht weiter. Seine Bomberflugzeuge hätten dann aber durch von den USA kontrollierten irakischen Luftraum fliegen müssen.
Die israelische Regierung sieht im Iran ihren größten Feind in der Region. Ebenso wie die US-Regierung wirft sie Teheran vor, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Beide Regierungen haben deshalb damit gedroht, militärisch gegen den Iran vorzugehen. Die iranische Führung versichert dagegen, dass sie mit der Urananreicherung ausschließlich zivile Zwecke verfolge. Anders als Israel, das als einziger Staat im Nahen Osten über Atomwaffen verfügt, hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet.
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