Iran, der Krieg und die Sanktionen: 366 Quadratmeter, fünf Schlafzimmer, ein dubioser Bankier
Immobilien im dreistelligen Millionenbereich soll Irans oberster Führer Chamenei über einen Strohmann in Europa besitzen. Nun werden zwei Apartments verkauft.
Foto: Reza B./Middle East Images/picture alliance
Kensington Palace und die Straßen drumherum, am westlichen Ende des Londoner Hyde Parks, sind eine edle Adresse. Für jene, die tatsächlich zum Adel gehören, oder die gerne Adel wären und das notwendige Kleingeld für den schönen Schein haben. Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate haben hier ihre offiziellen Adressen, genauso wie Prinz Edward und andere Royals. Etwa der Sultan von Brunei, Prinzessin Haya von Jordanien oder der indische Stahl-König (kein echter Adel) Lakshmi Mittal.
Einer der anderen illustren Immobilienbesitzer dort ist der Sunday Times zufolge Modschtaba Chamenei, seit März 2026 der Oberste Führer der Islamischen Republik Iran. Zwei luxuriöse Penthäuser gehören ihm demnach dort. Gekauft wurden sie 2014 und 2016 für umgerechnet knapp 42 Millionen Euro. Laut der britischen Zeitung stehen die beiden Apartments – inklusive Gemächern für Bedienstete – unter der Adresse 3a Palace Green nun zum Verkauf. Um das Niveau der Immobilien noch einmal deutlich zu machen: Eine Wohnung verfügt über 366 Quadratmeter, fünf Schlafzimmer, einen Empfangsraum.
Offeriert wird sie durch den Immobilienhändler Knight Frank. In der Anzeige ist vermerkt, dass interessierte Käufer:innen zur Immobilie selbst einige Recherchen anstellen sollten. Die Wohnungen würden für ein Kreditinstitut verkaufen würden. Nachdem die Hypothekenzahlungen ausblieben, habe die britische Regierung den Verkauf angeordnet, so die Sunday Times.
Ein Bankier unter Sanktionen
Bei den Wohnungen soll im Grundbuch der Iraner Ali Ansari aufgeführt sein. Ansari soll finanzielle Interessen Chameneis sowie anderer eng mit dem Iran-Regime verbundener Personen verwaltet haben – ein Strohmann, sagt man.
Die Familie Ansari betrieb außerdem die Ayandeh-Bank. 2025 wurde ihr die Lizenz entzogen, sie mit der iranischen staatlichen Bank Melli fusioniert. Die Bank sei aufgrund großzügiger Zinssätze für ihre Klienten ins Schleudern gekommen, so Berichte.
Foto: Nick Cunard/eyevine/laif
Der in Dubai lebende Bankier Ansari wurde von den Vereinigten Staaten im Juli dieses Jahres auf die US-Liste zu sanktionierender Personen gestellt. Laut den US-Behörden habe er Gelder des iranischen Volkes in Millionenhöhe missbraucht. Auch Großbritannien hatte Ansari vor knapp einem Jahr als Finanzierer der iranischen Revolutionsgarden sanktioniert. Er darf nicht mehr einreisen; sein Besitz wurde eingefroren.
Ansari sollen neben den beiden Appartements am Kensington Palace weitere Häuser in London im Gesamtwert von umgerechnet 165 Millionen Euro gehören. Laut US-Behörden soll er auch Immobilien in Deutschland, Spanien, Luxemburg, Zypern und den arabischen Emiraten besitzen.
Sollten die beiden Luxus-Apartments erfolgreich verkauft werden, werden zunächst die Kreditgeber bedient. Was dann übrig bleibt, wird – wie das restliche Vermögen Ansaris – wohl eingefroren werden.
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