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Hohe Strahlenwerte in Gorleben. Atomindustrie in der Falle.

Kommentar von

Marco Carini

Messsonde eben mal vier Meter verrückt, schon sind die Grenzwerte ausgehebelt.

S o einfach kann die Welt sein. Da werden Millionen, ja Milliarden für die Sicherheit vor radioaktiver Strahlung, für die elegante Einhaltung aller Grenzwerte ausgegeben - und nun das: Messsonde eben mal vier Meter verrückt, schon sind die Grenzwerte ausgehebelt, das Sicherheitskonzept ist gesprengt, der nächste Castor-Transport gefährdet. Von so genannt hundertprozentiger Sicherheit zum attestierten Risiko ist es im nuklearen Gewerbe manchmal eben nur ein Katzensprung.

Was tun, wie reagieren auf den Schildbürgerstreich von Gorleben? Ein halbes Jahr nach Fukushima könnte die Öffentlichkeit unentspannt reagieren, wenn man die Sonde einfach soweit zurück setzt, bis sie wieder brav misst, was sie messen soll.

Auch ein unauffälliges Anheben des Grenzwerts trägt nicht bei zur Bekräftigung eines parteiübergreifend "Wir haben verstanden!" in Sachen Atomenergie. Und wo die Strahlung eh schon zu hoch ist, da sollte nicht noch mehr strahlender Atommüll hingekarrt werden, das besagt schlicht der gesunde Menschenverstand.

Vor dem November-Atomtransport ins Zwischenlager Gorleben sitzt die Atomindustrie damit in der Falle. Und aus der kommt sie, zumindest ohne kräftige Nebengeräusche, nicht mehr raus. So wird das Gorlebener Mess-Geschick zum interessanten Testlauf - für die Frage, ob die Gewichte im großen Atom-Monopoly sich wirklich neu verteilt haben.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Marco Carini Hamburg-Redakteur

2 Kommentare

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  • Toby

    Ungläubige! Die Ingenieure können auf millionen Jahre die Strahlenwerte vorhersagen! Hier und vier Meter weiter. Sie wissen auch, was wie lange halten wird und wie es dafür zu konstruieren sei. Die Pyramiden waren nur ihr Probelauf! Sie kennen jede tektonische Bewegung bis zum Weltuntergang und ihnen entgeht nichts. Sie stellen auch sicher, daß die künftigen Bewohner dieses Planetens auf immerdar Geigerzähler zur Verfügung haben und die Schilder am Salzstock lesen können. Daß man dereinst, wie wir heute, Artefakte von nur wenigen tausend Jahren nicht mehr wird entziffern können, ist auszuschließen. Wir schreiben ja jetzt in Deutsch und Englisch.

    Es ist für alles gesorgt.

  • Toby

    Ungläubige! Die Ingenieure können auf millionen Jahre die Strahlenwerte vorhersagen! Hier und vier Meter weiter. Sie wissen auch, was wie lange halten wird und wie es dafür zu konstruieren sei. Die Pyramiden waren nur ihr Probelauf! Sie kennen jede tektonische Bewegung bis zum Weltuntergang und ihnen entgeht nichts. Sie stellen auch sicher, daß die künftigen Bewohner dieses Planetens auf immerdar Geigerzähler zur Verfügung haben und die Schilder am Salzstock lesen können. Daß man dereinst, wie wir heute, Artefakte von nur wenigen tausend Jahren nicht mehr wird entziffern können, ist auszuschließen. Wir schreiben ja jetzt in Deutsch und Englisch.

    Es ist für alles gesorgt.