Herzog & de Meuron gewinnen Wettbewerb: Central Park für den Grasbrook

Elphi-Architekten Herzog & de Meuron planen den neuen Stadtteil im Hafen – mit einem großen Park, einem Wasserplatz und einer riesigen Halle.

Ein großes Vordach aus Trägern, eine Promenade mit Treppen zum Wasser, auf denen Leute sitzen, dahinter ein Hochhaus

Könnte ein schöner Ort zum Verweilen werden: Waserplatz an der Bananenhalle Foto: Herzog & de Meuron mit Vogt Landschaftsarchitekten/dpa

HAMBURG taz | Der geplante neue Stadtteil auf dem Grasbrook gegenüber der Veddel wird einen großen zentralen Park bekommen und einen Wasserplatz ähnlich der Binnenalster, über dem eine U-Bahnstation schwebt. Das ist das Ergebnis eines planerischen Wettbewerbs, das am Montag vorgestellt wurde. Der Siegerentwurf entstand in einer Kooperation der Elbphilharmonie-Architekten Herzog & de Meuron aus Basel mit dem Landschaftsplanungsbüro Vogt aus Zürich.

Bei dem Planungswettbewerb, der von vier öffentlichen Planungswerkstätten begleitet wurde, ging es darum, einen Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten zu entwerfen. Er soll ein städtebaulicher Trittstein sein zwischen der Innenstadt und Harburg, sich mit der Veddel verbinden, öffentliche Räume bieten, den Klimaschutz im Blick haben und auch die soziale Infrastruktur.

Aus ursprünglich je sechs Stadt- und Freiraumplanungsbüros hatte eine Jury Anfang Dezember drei Tandems der verschiedenen Disziplinen mit ähnlichen Ideen gebildet. In der Weiterentwicklung wurde aus einem großen See, den Herzog & de Meuron vorgeschlagen hatten, der Park. Nördlich davon soll sich eine Art Blockrandbebauung anschließen und noch weiter nördlich am Südufer der Norderelbe ein Gebäuderiegel aus zehnstöckigen Gebäuden, unterbrochen von Hochhäusern.

Wie das zweitplatzierte Team Mandaworks aus Stockholm und Karres en Brands aus Hilversum planen sie, die mehrere Hundert Meter lange Vorhalle der heutigen Bananenreiferei zu erhalten. Sie würde den Park zur Südseite hin abschließen. Darunter wäre Raum für Sport, Kultur, Gastronomie, Veranstaltungen.

90 Millionen für ein Riesendach

„So ein Dach kenne ich auf dem ganzen Kontinent nicht“, sagte Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Jürgen Bruns-Berentelg, Chef der städtischen Hafencity GmbH, sprach von einem großartigen Symbol, das sich auch zur Energiegewinnung nutzen lasse. Die Halle werde die Stadt wohl allerdings neu bauen müssen, zu Kosten von alles in allem 90 Millionen Euro.

Direkt am Ost-Ende der Halle, dort wo Saalehafen und Moldauhafen aufeinandertreffen, läge ein Wasserplatz, der an drei Ecken von Hochhäusern oder zumindest markanten Bauten akzentuiert würde. Auf der Veddeler Seite des Saalehafens sind Bürogebäude geplant.

Mandaworks haben hier Sportanlagen vorgeschlagen, die lärmunempfindlich sind und die die Bewohner des Grasbrooks und der Veddel gemeinsam hätten nutzen können. Die Veddel und den Grasbrook zusammenzubringen, wird dadurch erschwert, dass es eine mehrgleisige Bahnstrecke und eine große Straße zu überwinden gilt. Der Siegerentwurf wurde hier mit einer breiten begrünten Fußgängerbrücke zum großen Dach am deutlichsten.

Der Grasbrook ist mit 46 Hektar rund ein Drittel so groß wie die Hafencity.

Neben Wohnungen für 3.000 Menschen soll Raum für 16.000 Arbeitsplätze entstehen.

2021 könnte der erste Architekturwettbewerb ausgelobt werden.

Einer Vereinbarung des Senats mit der Hafenwirtschaft zufolge bleibt die große südliche Grasbrookhalbinsel weitgehend der Hafennutzung vorbehalten. Nur an dessen Nordostrand sollen Bürogebäude entstehen. Die heutigen Lagerschuppen blieben erhalten.

Die zweit- und drittplatzierten Entwürfe legten die Grünflächen vor allem ans Wasser. Für die Wohnbebauung schlugen Mandaworks und Karres en Brands Gebäudegruppen auf gemeinsamen Sockelgeschossen vor.

Das Büro Adept aus Kopenhagen und das Studio Vulkan aus Zürich schlugen längs in Nordostrichtung ausgerichtete Gebäudezeilen vor, die nach dem Geschmack der Jury allerdings zu dicht stehen würden. Zudem regten die Büros an, die Veddel typologisch am Saalehafen halb im Wasser fortzusetzen. Das stieß aber aus technischen Gründen auf Zweifel.

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