Haus- und Zahnärzte in Not: Behandlung in der Garage

Praxisärzte müssen Mitarbeiter und Patienten vor Corona schützen. Einige bauen ein Zelt auf, andere bitten mögliche Virusträger in den Hinterhof.

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Die Corona-Ambulanz des Kreuzberger Zentrum für Ganzheitliche Medizin im Hinterhof Foto: Seabstian Wells/Ostkreuz

BERLIN taz | „Und dann habe ich mich an das alte Partyzelt erinnert.“ Marieke Atangana lacht ins Telefon. Knapp drei Wochen ist es her, dass der Hausärztin aus dem niedersächsischen Achim die Idee kam, wie sie die Praxis, in der sie arbeitet, vor der drohenden Schließung bewahren könnte, eine Idee, schräg, ungewöhnlich und, nun ja, dynamisch, um es mit der Schlüsselvokabel der Pandemie zu sagen. Auch bei ihnen im Landkreis hatte es bereits damals erste Corona-Fälle gegeben; Urlaubsrückkehrer aus österreichischen Skigebieten, mit ihnen fing es an.

„Mein Chef und ich waren ständig in Sorge, dass das Gesundheitsamt uns die Praxis dichtmacht. Es hätte gereicht, dass ein Corona-Infizierter das Wartezimmer betritt und die anderen Patienten gefährdet. Oder dass er uns oder unser Personal ansteckt.“ Ein Schreckens­szenario – medizinisch, versorgungstechnisch, ökonomisch.

Atangana, Typ zupackend und patent, und ihr Chef Parwis Azimi mussten eine Lösung finden, wie sie Patienten mit Atemwegserkrankungen räumlich von den anderen trennen konnten, von den Diabetikern, den Rückenkranken, den Kreislaufschwachen und wer sonst noch zur typischen Klientel niedergelassener Hausärzte gehört. „Aber unsere Praxis gab das nicht her.“

Doch dann fiel Atangana das weiße Partyzelt ihres Chefs ein, mit Pagodenoptik, Fensterkreuzen aus Plastik und Gasheizstrahler ganz im Design westdeutscher Sommerfeste der 1990er Jahre, irgendwie aus der Zeit gefallen und natürlich ohne festen Boden. Aber eben auch: ein isolierter Ort, allemal tauglich, um mit einem Wattestäbchen Abstriche aus dem Rachen hustender Patienten zu nehmen, in ein Röhrchen zu packen und dem Fahrdienst ins Labor mitzugeben.

„Die meisten Patienten sind sehr dankbar. Denn ich mache in dem Zelt ja nicht nur Abstriche. Sondern ich kann die Patienten auch klinisch untersuchen, was andere nicht machen aus Angst vor Übertragung“, sagt die Ärztin. Inzwischen haben Marieke Atangana und Parwis Azimi ihr Zelt um einen ausrangierten Wohnwagen erweitert, der dauergeparkt vor der Praxis steht. Ordnungs- und Gesundheitsamt üben sich derweil in Toleranz. Deutschland geht plötzlich unbürokratisch.

Eine Zerreißprobe

Das ist die Mut machende Seite der Geschichte über niedergelassene Ärzte, die sich gerade überall im Land einer Zerreißprobe stellen: Sie wollen mithelfen, dass möglichst viele Verdachtspatienten einen niedrigschwelligen Zugang zum Coronatest erhalten – und bangen zugleich, wie sie sich, ihr Personal und insbesondere ihre anderen Patienten vor dem Virus schützen können. Denn wie geht das, wenn es nicht nur an Räumen mangelt, sondern wenn selbst die basics des Selbstschutzes – Atemmasken, Schutzanzüge, Handschuhe, Desinfektionsmittel – vielerorts fehlen? Wenn Gesundheitsämter Praxen mit Schließung drohen? Wenn viele der herkömmlichen Patienten aus Angst wegbleiben – und mit ihnen die Einnahmen? Wenn in der größten globalen Gesundheitskrise ausgerechnet und absurderweise Vertreter medizinischer Berufe in Existenznot geraten?

Es ist ja nicht so, dass das Problem nicht erkannt wäre. Vor „gravierenden Honorar­minderun­gen“ warnt der NAV-Virchow-Bund, der Berufsverband der niedergelassenen Ärzte in Deutschland. Die Berliner Charité, Europas größtes Krankenhaus, sorgt sich wegen des „Rückgangs von Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten“ seit Beginn der Pandemie.

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Wiebke Bergner und Zepe Alija vom Zentrum für ganzheitliche Medizin machen einen Corona-Abstrich Foto: Sebastian Wells/Ostkreuz

Ein „Armutszeugnis“ stellt der Deutsche Hausärzteverband der Regierung aus angesichts des „eklatanten Mangels an Schutzkleidung“ in vielen Praxen; die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin spricht gar von „Staatsversagen“. Die Landesärztekammer Bran­den­burg warnt vor einem „Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Patienten“. Der Marburger Bund, der Verband der angestellten und beamteten Ärzte Deutschlands, fordert „zusätzliche Fertigungskapazitäten im Inland“. Derweil die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci konstatiert, es habe „alle kalt erwischt“. Was folgt nun daraus für die Ärztinnen und Ärzte vor Ort?

Marieke Atangana und Parwis Azimi sind nicht die Einzigen, die sich und ­ihrem Praxisteam fürs Erste selbst aus der Patsche ­geholfen haben: Austausch_Covid19 heißt die WhatsApp-Gruppe, die die Ärztin aus Achim initiiert hat, um mit befreundeten Kolleginnen und ­Kollegen über unkonventionelle Konzepte für ausgelagerte Praxisräume zu brainstormen, wissenschaftliche Erkenntnisse über Krankheitsverläufe zu teilen und über Auswege aus der drohenden ökonomischen Krise zu diskutieren.

Ihr Hausarztkollege Stefan Karakaya aus Berlin betreibt im Stadtteil Neukölln seit gut zwei Wochen in seinem Coronamobil, einem runtergerockten Wohnwagen ohne TÜV, dafür aber mit behördlicher Standortgenehmigung in unmittelbarer Nähe seiner gewöhnlichen Praxis, ebenfalls eine Untersuchungsstation für Infektpatienten.

Der Arzt Nikolai Westphal, auch aus Berlin, entrümpelte in Kreuzberg kurzerhand eine Hinterhofgarage, stellte eine Elektroheizung und ein paar Stühle hi­nein – fertig war die Corona-Ambulanz. „Natürlich waren wir nervös“, sagt Westphal, „aber das Gesundheitsamt war äußerst kooperativ.“

Patienten als Bedrohung

Die fast größere Herausforderung sei es, sagt der Arzt, erstmals in seinem Berufsleben Patienten auch als Bedrohung wahrzunehmen, dann nämlich, wenn sie sich aus Versehen, Nachlässigkeit oder Unverständnis nicht an die Regeln halten, die für sein fragiles Konstrukt existenziell sind: „Da den richtigen Ton zu treffen, menschlich im Umgang miteinander und verständnisvoll zu bleiben, das beschäftigt mich schon sehr“, sagt Westphal.

In Achim südlich von Bremen haben die Hausärztin Marieke Atangana und ihr Chef Parwis Azimi derweil die Dienste klar unter sich aufgeteilt. Während sie draußen die Patienten mit Erkältungssymptomen versorgt, versucht er drinnen in der Praxis, den normalen Betrieb aufrechtzuerhalten. „Vor dem Dienst ziehe ich mich im Heizungskeller um“, erzählt Marieke Atangana, „unter dem Schutzanzug trage ich Skiunterwäsche, eine Winterjacke und einen Schal“. Zur Vermummung gehören daneben eine Schutzbrille, Handschuhe und eine Spezial-Atemschutzmaske über die, weil es derzeit ihre einzige ist, Atangana einen Einweg-Mund-Nasen-Schutz zieht. „Die knappen Bestände sind ein Problem“, sagt die Ärztin, „aber man kann sich helfen“. Weil Einmalschutzanzüge Mangelware sind, trägt Atangana nun eben alte OP-Kittel, die sie abends in die Kochwäsche steckt.

Die aufwendige Prozedur dient dem Schutz der Patienten, aber auch dem der eigenen Kollegen. „Wenn ich mich infiziere, sind alle anderen noch da“, sagt Marieke Atangana. Im Fall der Fälle müsste die Praxis dann zumindest nicht komplett geschlossen werden. Auch deshalb achtet sie peinlich genau darauf, die Einzige zu sein, die mit den womöglich Corona-Infizierten Kontakt hat. „Die Versichertenkarte lese ich mit einem mobilen Kartengerät ein, den Befund diktiere ich durchs Fenster, und Rezepte und Krankschreibungen werden ebenfalls durchs Fenster rausgereicht.“ Eine vorübergehende Schließung, sagt ihr Chef Parwis Azimi, die länger dauern würde als ein paar Wochen, „wäre existenzbedrohend“. Ohnehin mache die Praxis seit Ausbruch der Pandemie nur noch 10 Prozent ihres Umsatzes – viele der gewöhnlich erscheinenden Patienten blieben aus Angst vor Ansteckung weg.

Es drohen Kurzarbeit und Entlassungen

Bei Stefan Karakaya in Berlin zum Beispiel nimmt nur noch etwa die Hälfte seiner Stammpatienten, viele davon chronisch Kranke, die Untersuchungstermine wahr. „Im Moment versprechen die Kassenärztlichen Vereinigungen, dass sie die Zahlungen an uns weiterhin garantieren“, sagt Parwis Azimi, „aber irgendwann wird man über Kurzarbeit oder Entlassungen nachdenken müssen.“

Der Zahnarzt Ulrich Barth hat diese Gedanken bereits in die Tat umgesetzt. Seine Praxis in Welzow, einem 3.800-Einwohner-Ort bei Cottbus, ist seit eineinhalb Wochen geschlossen – krankheitsbedingt und für unbestimmte Zeit. So jedenfalls, erzählt Barth, habe er es an seine Praxistür geschrieben. „Ich hatte noch zwei Atemmasken für meine acht Beschäftigten und mich“, sagt der Zahnarzt, „wie soll ich damit mein Personal schützen?“ 80 Patienten versorgen Barth und sein Team durchschnittlich – pro Tag. „Ganz klar“, sagt der Arzt, „ich habe einen Versorgungsauftrag, ich trage Verantwortung.“ Aber wie soll er diesen gerecht werden, wenn er diejenigen, denen er doch helfen soll und will, im Zweifel krank macht oder sie ihn? „Es gibt kaum einen Ort, an dem man sich besser infizieren kann als beim Zahnarzt“, sagt Barth, er klingt bitter. Termine für eine professionelle Zahnreinigung hatte er schon früh abgesagt, weil dabei Pulverstrahlgeräte eingesetzt werden, die besonders viele Flüssigkeitstropfen produzieren.

Er wird nun beim Land Brandenburg Soforthilfe beantragen, 1.500 Euro, hat er ausgerechnet, müsste er kriegen, dann Kurzarbeit für seine Angestellten. „Und den Rest finanziere ich vom Sparbuch – solange es geht.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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