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Großrazzia in BerlinDurchsuchungen und Festnahmen wegen illegaler Schusswaffen

In Berlin wird immer wieder scharf geschossen. Nun ist die Polizei mit einem Großaufgebot gegen Schusswaffenbesitz ausgerückt. Es gab neun Festnahmen.

Vermummte Polizisten in Berlin-Kreuzberg: Umfangreiche Razzia gegen die Verbreitung von Schusswaffen Foto: Fabian Sommer/dpa

dpa | Mit einer umfangreichen Razzia ist die Berliner Polizei gegen organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vorgegangen. Zahlreiche Polizisten durchsuchten ab dem frühen Morgen Wohnungen und andere Räume in verschiedenen Stadtteilen, unter anderem in Neukölln und Kreuzberg.

Neun Verdächtige wurden nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) festgenommen. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz, um die rund 20 Objekte zu durchsuchen. Darunter waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Berlin, anderen Bundesländern und die GSG 9 der Bundespolizei.

Spranger betonte, die extra gegen organisierte Kriminalität und illegalen Waffenhandel eingerichtete Ermittlungseinheit „Ferrum“ („Eisen“) des Landeskriminalamtes (LKA) habe den Einsatz „über Monate hinweg mit hoher Intensität vorbereitet und vorangetrieben“. Die Polizei halte den Ermittlungsdruck zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität weiterhin aufrecht.

„Wer mit Waffen unsere Straßen unsicher macht, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren“, so Spranger. Berlin und die Innenministerkonferenz hätten eine Initiative für schärfere Gesetze gestartet. Der Bund sei nun gefordert.

Zahl der Schießereien deutlich gestiegen

Auch Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lobte den Einsatz ihrer Staatsanwaltschaft und kündigte an, die kriminellen Strukturen weiter gezielt zu bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine spezielle Ermittlungsgruppe „Telum“ (lateinisch für „Angriffswaffe“) eingesetzt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Polizei arbeite intensiv daran, die Welle an Schießereien auf den Straßen einzudämmen und gegen kriminelle Strukturen vorzugehen. Zugleich müsse sie aber mehr Möglichkeiten erhalten, effektiv Handys von Verdächtigen abzuhören, Daten zu speichern und mit moderner Software auszuwerten.

2025 zählte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Das waren insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Vorjahr 2024.

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