Gepäckpreise bei Easyjet: Höhere Gebühr ohne Vorwarnung
Easyjet verschweigt, dass Aufgabegepäck je nach Buchungstag teurer wird. Wie die höheren Preise zustandekommen, ist unklar.
Der Billigflieger Easyjet erhöht die Preise für Aufgabegepäck kurz vor dem Abflugtermin, ohne die Kunden über diese Möglichkeit zu informieren. Bei einem Test der taz Anfang Juni kostete die Anmeldung eines Gepäckstücks auf der Internetseite des Unternehmens zwei Tage vor Abflug rund 34 Euro. Einige Wochen vorher hatte Easyjet die gleiche Leistung auf demselben Flug für 26 Euro angeboten. In seiner Gebührenliste aber erwähnte Easyjet diese Möglichkeit nicht.
„Im Schnitt werden die Produkte von Easyjet teurer, je näher der Abflugtermin ist“, teilte die Firma dazu mit. In der Gebührenliste hieß es allerdings nur, dass die Gebühren „je nach gewählter Flugstrecke“ und dem Ort der Buchung (online oder Schalter am Flughafen) variieren. Wer Geld sparen will, muss also auf Flexibilität verzichten und das Gepäck möglichst früh anmelden.
Den Vorwurf der Irreführung von Kunden durch unvollständige Information wies Easyjet zurück. Schließlich sei die in der Gebührenliste angegebene Preisspanne nicht überschritten worden. Auf die Tatsache, dass dort nicht alle Faktoren für Preisschwankungen erwähnt sind, ging das Unternehmen nicht ein.
Verbraucherschützer halten das für möglicherweise gesetzwidrig. „Airlines müssen ihre Preisangaben im Internet für den Kunden transparent, also klar und verständlich gestalten“, sagte Sabine Fischer-Volk, Rechtsreferentin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Aus der Gebührentabelle für die Aufgabe von Gepäck müsse zweifelsfrei hervorgehen, „welcher konkrete Preis bei Eintritt einer konkreten Bedingung (Buchungszeitpunkt, Länge der Strecke, Buchungsweg) zu zahlen ist.“
Wenn das nicht der Fall ist, könnte eine Irreführung vorliegen, die laut Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verboten ist. Die Verbraucherzentrale prüfe nun, ob sie Easyjet deshalb abmahnt.
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