Tipps gegen Cyberstalking: Hacken und hexen
Die Antistalking-Seite der Gruppe Haecksen liefert Tipps, wie man sich vor digitaler Verfolgung schützt. Dazu gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Ein Klick auf die fliehende grüne Figur und die Seite ist vorerst weg. Der „Notausgang“-Button öffnet stattdessen eine Google-Suche. Wer den Nutzer*innen jetzt über die Schulter blickt, sieht nichts mehr von der Website gegen Cyberstalking. Es ist eine kleine, wichtige Sicherheitsvorkehrung für Betroffene mit Angst vor ihrem nächsten Umfeld.
Was tun, wenn andere die Mails mitlesen, den Browserverlauf verfolgen, mich per GPS orten können?
Die Antistalking-Seite der Haecksen liefert Anleitungen. Die Haecksen sind eine Gruppe techinteressierter Flinta-Personen, die bereits im Jahr 1988 gegründet wurde und sich seitdem – der Name ist zusammengesetzt aus „hacken“ und „Hexen“ – insbesondere in der Hacker*innenszene für Feminismus einsetzt. Auch gegen digitale Gewalt.
Seit Corona arbeite die Gruppe an der Antistalking-Seite, erzählt die Haeckse Princess beim 39. Chaos Communication Congress in Hamburg, einem der weltweit größten Treffen von Hacker*innen. „Cyberstalking ist immer weiter ins Leben gerückt.“ Auch wegen der weiteren Verbreitung von Smartphones in den letzten Jahren. Immer neue Einfallstore bieten die Geräte, immer neue Anleitungen zur Gegenwehr, die Haecksen.
Technische Hilfe gegen Cyberstalking: antistalking.haecksen.org
Werde ich gestalkt?
Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die die Haecksen teils geschrieben, teils gesammelt haben, erklären, wie betroffene Personen wieder sicherer kommunizieren oder Täter*innen von ihren Geräten aussperren können.
Die Seite orientiert sich an den Fragen der User*innen: „Werde ich gestalkt?“ Oder: „Ich werde von meinem*r (Ex-)Partnern*in gestalkt – was kann ich tun?“ Sie helfen bei akuten Fragen und erklären, wann und wie das Smartphone ausgeschaltet werden muss, um im Frauenhaus nicht geortet werden zu können.
Die Haecksen können keine juristische Beratung leisten, keine forensische Sicherung von Beweisen, keine Hausbesuche. Aber ihre Seite kann helfen, sich selbst wieder mehr Sicherheit zu verschaffen.
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