Fußballerfolge im Saarland: Gudd bollze gehn
So viel Aufmerksamkeit hat das kleine Bundesland noch nie auf sich gezogen. SV Elversberg, FC Saarbrücken, und der FC Homburg holt den Saarlandpokal.
Foto: Oliver Dietze/dpa
Jede Menge Saarland gibt es aktuell im Männerfußball: Am heutigen Montag empfängt der SV Elversberg (Ortsteil der Gemeinde Spiesen-Elversberg im Landkreis Neunkirchen) den FC Heidenheim – es geht den Saarländern um den Einzug in die Erste Bundesliga. Am Dienstag reist der FC Saarbrücken (Landeshauptstadt) zu Eintracht Braunschweig zum Relegationsrückspiel – hier geht es den Saarländern um den Einzug in die Zweite Bundesliga.
Und dann spielte noch der FC Homburg (Kreisstadt des Saarpfalz-Kreises) gegen den FC Palatia Limbach (Ortsteil der Gemeinde Kirkel) – es ging beiden Akteuren um den Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokals. Das gelang dem FC Homburg: Mit 9:0 gewann der frühere Bundes- und heutige Regionalligist über den FC Palatia aus der Saarlandliga, das ist die sechste Spielklasse.
So souverän steht der SV Elversberg nicht da. Nach dem 2:2 im Hinspiel, „einer beinahe epischen Schlacht“ (Saarbrücker Zeitung), ist es zwischen der „Elv“ und dem FC Heidenheim noch offen. Zwar hat Heidenheim Erfahrung in der Bundesliga und der Conference League, aber in Elversberg vertraut man auf den Heimvorteil im Waldstadion Kaiserlinde, das offiziell Ursapharm-Arena heißt.
Gleichwohl ahnt man, dass eine schwere Aufgabe wartet. „Das war alles viel intensiver als in der Zweiten Liga. Man konnte keine Sekunde abschalten“, sagte Fisnik Asllani, „Elv“-Stürmer mit Bundesligaerfahrung. Die hat auch der Landkreis, zu dem Elversberg gehört: Borussia Neunkirchen kickte in den 1960ern drei Jahre lang ganz oben.
Gelassenheit und Hypothek
Unterm Strich bleibt man in Elversberg gelassen. Die Nachbargemeinde Friedrichsthal teilte mit, dass die Grüngut-Sammelstelle nahe dem Friedhof am Montag wie gewohnt geöffnet sein wird, denn die Relegation beginne ja erst um 20.30 Uhr.
Der FC Saarbrücken reist mit einer „Riesen-Hypothek“ nach Braunschweig, denn dort wartet eine „Herkulesaufgabe“ (Saarbrücker Zeitung). Am Freitag 0:2 zu Hause verloren, wo jede Spielanalyse nahelegt, dass es auch eine deutlichere Niederlage hätte sein können, lässt saarländischen Optimismus eher gering ausfallen.
Das wiederum ist beim FC Homburg ganz anders. Durch den Gewinn des Saarlandpokals besteht nun die Möglichkeit, im DFB-Pokal gegen einen ganz Großen zu spielen: Bayern München, Bayer Leverkusen, SV Elversberg.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert