Fluchtroute im Mittelmeer: „Ocean Viking“ rettet 272 Menschen
Die Schiffscrew hat Hunderte Menschen vor der libyschen Küste gerettet. Anfang der Woche hatten italienische Behörden Schiffe tagelang festgesetzt.
epd | Private Seenotretter haben im Mittelmeer erneut Hunderte Geflüchtete und Migrant:innen vor dem Ertrinken bewahrt. Wie die Organisation SOS Méditerranée am Donnerstagabend mitteilte, rettete die „Ocean Viking“ 272 Menschen in der libyschen Such- und Rettungszone. Unter den Überlebenden seien 32 unbegleitete Minderjährige, 9 Babys und 5 Menschen mit einer Behinderung, erklärte die Organisation im Internetdienst X, ehemals Twitter.
Die „Geo Barents“ von Ärzte ohne Grenzen rettete am Donnerstag 168 Flüchtlinge und Migranten, ebenfalls vor der Küste Libyens. Die Menschen hätten sich auf zwei überfüllten Schlauchbooten befunden, hieß es. Mehr als 65 Prozent der Überlebenden seien Minderjährige ohne Begleitung ihrer Eltern oder einer erwachsenden Bezugsperson.
Die italienischen Behörden wiesen der Schiffscrew den Angaben zufolge den Hafen von Brindisi im Süden Italiens zu. Zuletzt hatten die italienischen Behörden die Schiffe von drei Rettungsorganisationen für jeweils 20 Tage festgesetzt. Grundlage ist ein umstrittenes, unter der rechtsnationalistischen Regierung erlassenes Gesetz, das privaten Seenotrettern strikte Vorgaben macht.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei der Überquerung 2.264 Menschen ums Leben oder sie werden vermisst. Eine staatlich organisierte Seenotrettungsmission gibt es nicht. Lediglich die Schiffe von Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Seenot geratenen Flüchtlingen und Migranten.
Das Schiff der deutschen Organisation SOS Humanity, die „Humanity 1“, hatte am Mittwoch ebenfalls knapp 60 Schutzsuchende an Bord genommen und steuerte den Hafen von Livorno an.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert