Ferndiagnose für Trump bei Insta: Gefährlich in jedem Fall
Wie steht es um Trumps Gesundheitszustand und Zurechnungsfähigkeit? Schlecht, analysiert eine Instagram-Seite. Kompetent, aber nicht unironisch.
Foto: Jonathan Ernst/reuters
Das Ganze ist wahrscheinlich schon ein wenig geschmacklos. Was nicht heißt, dass es nicht funktioniert, wenn der Instagrammer @epistemiccrisis die neusten Trump-Auftritte analysiert, um darin Zeichen zu erkennen, in welchem Stadium seiner Demenz sich der 47. Präsident der Vereinigten Staaten befindet.
„Ich bin Arzt für Physiotherapie mit […] 14 Jahren Erfahrung in der häuslichen Gesundheitsversorgung und behandle geriatrische Patienten mit Demenz – Patienten wie diesen Typen.“ Mit diesen Worten und einem Fingerdeut auf Trump beginnt jedes Video.
Dann beginnt die Analyse: Mal spricht der @epictemiccrisis über Trumps Gang, mal über die Körperhaltung, mal über seine Sprache oder blaue Flecken an seinen Händen. Alles seien bombensichere Anzeichen dafür, dass Trump an frontotemporaler Demenz erkrankt sei – dabei schrumpfen Frontal- und Temporallappen des Gehirns.
gibt es auf Instagram.
Beim Auftritt in Davos vor wenigen Tagen sieht @epistemiccrisis ein Symptom nach dem anderen. Es beginnt schon nach der Landung mit dem Helikopter, wo Trump kaum in einer geraden Linie den roten Teppich entlanggehen kann. Oder seinen demenztypischen vorgebeugten Haltung am Rednerpult, auf das er sich stützen muss.
Hohes Sturzrisiko
„Das deutet darauf hin, dass ein Patient zumindest unbewusst weiß, dass sein Sturzrisiko hoch ist.“ Auch seine verwirrte Rede, in der Trump davon faselt, dass Nato-Länder ihn „Daddy“ genannt haben, und in der er Grönland mit Island verwechselt, sollen Aufschluss geben.
Auch wenn sich @epistemiccrisis um Professionalität bemüht, kann er sich den ironischen Ton nicht verkneifen: Man merkt ihm an, dass er kein Trump-Fan ist.
In einigen Videos erklärt er, dass er selbst Teil der MAGA-Sekte, wie er sie nennt, gewesen sei und es sich deswegen zur Aufgabe gemacht habe, ihre Illusion zu brechen. Ob eine leicht schadenfreudige Ferndiagnose der tugendhafteste Weg dafür ist? Den fast 600.000 Follower_innen scheint es nichts auszumachen. Und klar ist außerdem: Egal ob mit oder ohne Demenz: Trump ist gefährlich.
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