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Femizide weltweitAlle zehn Minuten eine getötete Frau

Rund 50.000 Frauen und Mädchen starben laut der UN 2024 durch Gewalt in der Familie oder Beziehung. Dabei gibt es Unterschiede je nach Weltregion.

Blumen als Ausdruck der Trauer in Varel im Landkreis Friesland, Mai 2025 – hier raste ein Täter auf eine 37-jährige Frau zu Foto: Sina Schuldt/dpa

dpa | Etwa alle zehn Minuten wird nach Schätzungen der Vereinten Nationen eine Frau oder ein Mädchen zum Opfer tödlicher Gewalt innerhalb der Beziehung oder Familie. Im vergangenen Jahr seien weltweit etwa 83.000 Frauen gezielt umgebracht worden – und in rund 60 Prozent der Fälle sei der Täter ein Familienmitglied oder Lebenspartner gewesen, teilten die UN anlässlich des „Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen“ mit. Bei getöteten Männern lag der Anteil mit nur elf Prozent drastisch niedriger.

Besonders häufig sind derartige Femizide – also Fälle tödlicher Gewalt, in denen Frauen wegen ihres Geschlechts umgebracht werden – laut der UN-Statistik in afrikanischen Ländern. Dahinter folgen Süd- und Nordamerika. In asiatischen und europäischen Ländern gibt es zwar immer noch viele, gemessen an der Einwohnerzahl aber vergleichsweise deutlich weniger Femizide.

Mehr als 300 getötete Frauen in Deutschland

In Deutschland starben vergangenes Jahr nach aktuellen Zahlen aus dem Bundesinnenministerium 308 Frauen und Mädchen infolge von Gewalttaten. In 191 Fällen handelte es sich beim Täter demnach um den Partner, Ex-Partner oder ein Familienmitglied.

Seit mehr als drei Jahrzehnten steht der 25. November weltweit für den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“. Der Aktionstag – auch als „Orange Day“ bekannt – macht mit orangefarben angestrahlten Gebäuden, öffentlichen Demonstrationen und diversen Veranstaltungen auf die verbreitete Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam.

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2 Kommentare

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  • Gruselig! Noch gruseliger: Alle 10 Minute sterben weltweit zwischen 171 und 150 Menschen. Es ist davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte davon Mädchen und Frauen sind. Auch hier sind die Unterschiede zwischen einzelnen Ländern erheblich. Vermutlich nimmt Afghanistan aktuell einen Spitzenplatz sowohl bei der prozentualem Zahl der Femizide als auch der Hungertoten bei Frauen und Mädchen ein. Das Länder wie Deutschland Vorbild für den Rest der Welt sein können ist ein Gerücht. Deutschland hat Anteil daran, dass in anderen Ländern so viele Mädchen, Frauen, Menschen unnötig sterben.

    Weitere wichtige Lehre: Soziale Ungleichheit ist heute schon tödlich und die Würde aller Menschen schützt man am besten dadurch, dass man gleiche Lebensverhältnisse schafft und nicht dadurch, dass man gleiche Rechte gewährt. Im Zweifelsfall erlaube diese nur den Fortbestand der Ungleichheit und des sinnlosen Sterbens.

    • @DemokratischeZelleEins:

      Korrektur:



      Alle 10 Minute verhungern weltweit zwischen 171 und 150 Menschen.