FFF-Sprecherin über Banken und Klima: „Fossile Verträge auflösen“

Tausende gegen die Geldindustrie: Fridays for Future hat am Freitag in Frankfurt am Main gegen klimaschädliche Finanzpolitik protestiert.

Zwei Männer mit weißen masken stehen vor den Bürotürmen der Deutschen Bank in Frankfurt und halten falsche Geldschein in den Händen

Attac-Aktion beim zentralen Klimastreik von Fridays For Future in Frankfurt am Freitag Foto: Arne Dedert/dpa

taz: Frau Rittmann, Fridays for Future hat am Freitag in Frankfurt am Main mit tausenden TeilnehmerInnen sozusagen gegen die deutsche Wallstreet demonstriert. Warum?

Annika Rittmann: Wir sehen, die Klimakrise ist hier. Das hat auch der Bericht des Weltklimarats Anfang der Woche noch mal bestätigt. Es kann nicht sein, dass Banken weiterhin in Kohle, Öl und Gas investieren. Es braucht eine massive Transformation der Banken.

Aber allein die bestehenden Verträge der Geldinstitute finanzieren fossile Projekte, die noch Jahrzehnte brauchen, um sich zu rechnen. Was soll damit passieren?

Man muss langfristig schauen, wie man solche Verträge auflösen kann. Dafür braucht es ein Zusammenspiel der internationalen Politik. Es geht ja oft um Projekte, die gar nicht in Deutschland stattfinden. Das ist umso schlimmer! So befördern deutsche Banken schließlich in anderen Ländern, dass Menschenrechte durch das Antreiben der Klimakrise verletzt werden. Da ist nicht nur der Finanzsektor, sondern auch die deutsche Politik gefragt.

ist 18 Jahre alt und Sprecherin von Fridays for Future.

Im vergangenen Jahr hat der deutsche Finanzsektor, darunter auch Schwergewichte wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, eine Selbstverpflichtung abgegeben, seine Kredit- und Investmentportfolien in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu bringen. Was fehlt Ihnen da?

Wir sehen, dass die Banken sich Selbstverpflichtungen geben. Wir sehen aber nicht, dass wirklich etwas passiert. Die Banken finanzieren fossile Projekte auf der ganzen Welt. Wir bewegen uns vielleicht in Trippelschritten in die richtige Richtung, aber die reichen bei weitem nicht aus.

Der Weltklimarat hat gerade noch einmal vorgerechnet, wie wenig CO2 noch in die Atmosphäre gelangen darf. Glauben Sie, dass drastische Forderungen wie die Auflösung von Bestandsverträgen jetzt politisch machbar werden?

Der Weltklimarat warnt ja schon seit Jahren, wie drastisch die Folgen des Klimawandels sind. Und Po­li­ti­ke­r:in­nen versuchen einen Tag später immer wieder, diese Berichte unter den Tisch zu kehren. Aber der Bericht gibt uns natürlich noch mal eine ganz neue Grundlage für unsere Forderungen.

Das heißt, Sie glauben eigentlich nicht, dass Ihre Forderungen realistisch sind?

Physikalisch ist es möglich und notwendig, 1,5 Grad einzuhalten. Es hängt allein am politischen Willen. Wir können nicht mehr in fossile Projekte investieren. Natürlich ist es realistisch, noch eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Genau das ist doch die Aufgabe von Politik.

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