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FC Bayern-Frauen überzeugen gegen BarçaSchon wieder eine haarige Debatte

Die Fußballerinnen des FC Bayern trotzen vor eigener Rekordkulisse Barça ein Remis ab. Ein Griff zum Zopf und zwei Rote Karten trüben die Stimmung.

Es lief die 79. Minute am Samstag in der Münchner Arena, als Franziska Kett ein verhängnisvolles Missgeschick unterlief. Die Linksverteidigerin des FC Bayern griff bei einem eigentlich harmlosen Zweikampf an der Außenlinie für einen kurzen Moment ihrer Gegenspielerin Salma Paralluelo vom FC Barcelona in den Zopf.

Da das Ziehen an den Haaren im Fußball als Tätlichkeit gewertet wird, zeigte Schiedsrichterin Ivana Martincic aus Kroatien der Nationalspielerin die Rote Karte. Auch nach einem VAR-Check hatte die Entscheidung Bestand. Bayern-Trainer José Barcala beschwerte sich, er gestikulierte in Richtung der Unparteiischen – und sah ebenfalls die Rote Karte.

Die Szene erinnerte an den Platzverweis gegen Kathrin Hendrich bei der EM 2025. Dieaw hatte im Trikot des DFB-Teams im Viertelfinale gegen Frankreich Gegenspielerin Griedge Mbock am Zopf festgehalten und war vom Platz gestellt worden. Schon im vergangenen Sommer hatte dies zu Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Regelauslegung geführt.

Diese Thematik wurde nun von Bianca Rech neu befeuert. „Über die Rote Karte von Franzi Kett gilt es in meinen Augen grundsätzlich zu diskutieren. Wenn eine Spielerin Haare bis zum Gesäß hat, Franzi aus einer natürlichen Bewegung heraus nach dem Trikot greifen will und dann eben irgendwie in die Haare kommt, dann muss man darüber diskutieren, ob es eine Rote Karte ist“, ärgerte sich die Direktorin der Bayern-Frauen, die wegen Meckerns selbst die Gelbe Karte gesehen hatte.

Rekordbesuch in München

Barcala schlug in die gleiche Kerbe. „Vielleicht hatte Franzi die Absicht, am Trikot ihrer Gegenspielerin zu ziehen – aber niemals an den Haaren. Es kann so leicht passieren, dass man die Haare erwischt, das darf keine Rote Karte sein“, sagte der Spanier. Auch den Platzverweis gegen sich selbst wertete Barcala als überzogen. An der Situation ändern wird sich durch die Beschwerden aber ziemlich sicher nichts: Die Bayern-Frauen werden im Rückspiel in Barcelona am kommenden Sonntag (16:30 Uhr) ohne ihre Abwehrspielerin und ihren Trainer auskommen müssen.

Die beiden Platzverweise trübten einen ansonsten ziemlich gelungenen Münchner Abend. 31.000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren gekommen, ein neuer Rekord für die Bayern-Frauen bei einem Champions-League-Spiel. Die Spielerinnen wollten beweisen, dass sie der besten Mannschaft der Welt auf Augenhöhe begegnen können – und dass die bittere 1:7-Niederlage in Barcelona am ersten Spieltag der Königinnenklasse ein Ausrutscher war.

Dies gelang den Münchnerinnen dank einer deutlich defensiveren Ausrichtung gut. Barça tat sich vor allem in der ersten Halbzeit gegen den tiefen Block schwer, den gewohnten Offensivwirbel zu entfachen.

Mit einer Ausnahme: Nach einem Stellungsfehler von Giulia Gwinn flankte Esmee Brugts vor das Bayern-Tor, Ewa Pajor (8.) erzielte das 1:0. Im Gegensatz zum Spiel in Barcelona im Oktober verloren die Münchnerinnen diesmal aber nicht die Ordnung, sondern verteidigten konsequent weiter.

Nach Umschaltsituationen kamen die Gastgeberinnen immer wieder selbst zu Chancen. Einen dieser Angriffe nutzte Kett (69.) nach starker Vorarbeit von Pernille Harder zum 1:1-Endstand. „Man muss gegen Barcelona akzeptieren, dass man den Ball nicht allzu viel hat. Aber die Momente, in denen wir den Ball hatten, haben wir super genutzt. Wir haben verteidigt wie Löwen, das 1:1 gemacht und hatten dann das Momentum auf unserer Seite“, sagte Gwinn: „Es war sehr schade mit den zwei Roten Karten. Am Ende ging es nur noch darum, zu zehnt zu verteidigen.“

Der große Traum vom erstmaligen Einzug ins Finale der Champions League lebt. Zuversichtlich bilanzierte Giulia Gwinn: „Sie sind nicht unschlagbar, es ist etwas möglich.“

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