Explosion an Grenze Nigeria-Kamerun

Tod auf der Brücke

Zahlreiche Menschen sterben bei einem mutmaßlichem Anschlag auf eine Brücke zwischen Nigeria und Kamerun. In der Region ist Boko Haram aktiv.

Blick durch Fenster eines ausgebrannten Autos, im Hintergrund laufen Menschen

Ausgebranntes Auto bei Gamboru, Archivbild aus dem Jahr 2017 Foto: Jane Hahn/Washington Post/getty images

ABUJA taz | Das Entsetzen in Nigeria ist groß: Mutmaßliche islamistische Angreifer haben am Montag laut nigerianischen Berichten im Nordosten des Landes die strategisch wichtige Brücke El Beid gesprengt, die die Handelsorte Gamboru in Nigeria und Fotokol in Kamerun verbindet. Ersten Informationen zufolge sind dabei mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Aus Kamerun wird der Vorfall ganz anders berichtet. Nach Einschätzung des Provinzgouverneurs Midjiyawa Bakary hätten Kinder eine Granate aufgehoben und nicht gewusst, was damit zu tun sei. Dann explodierte sie und riss neun Nigerianer*innen in den Tod. 26 Menschen wurden verletzt, mitunter ist auch von 36 die Rede.

Bisher hat sich niemand zu diesem Anschlag bekannt, was jedoch bei Nigerias islamistischen Terrorgruppen nicht ungewöhnlich ist. Angriffe auf Brücken sind jedoch keine Seltenheit. Im Jahr 2014 sprengte Boko Haram mehrere Brücken, die innerhalb Nigerias vom Bundesstaat Adamawa in Richtung Borno führen. Bis heute sind sie nicht wieder aufgebaut, was für enorme Einschränkungen sorgt. Nahrungsmittel wie Medikamente können nur in Geländewagen transportiert werden, wenn es überhaupt möglich ist, bei Niedrigwasser die Flüsse zu durchqueren.

Gamboru ist in den vergangenen Jahren immer wieder von Boko Haram angegriffen worden und war im Jahr 2014 von den Islamisten besetzt. Die ganze Region gilt bis heute als Rückzugsort der Miliz. Vergangenes Jahr wurde während des Wahlkampfs dort ein Konvoi des ehemaligen Gouverneurs Kashim Shettima angegriffen.

Aktuell gilt es vor allem als Taktik des „Islamischen Staates von Westafrika“ (ISWAP), Orte fern der großen Städte zu besetzen, die Kontrolle über sie zu gewinnen und Strukturen aufzubauen, die eigentlich dem Staat vorbehalten sind. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle von Märkten und die Schaffung eines Abgabensystems.

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