Erinnerung an Pogromnacht: AfDler provoziert bei Gedenken
Der Berliner AfD-Politiker Andreas Wild trug beim Gedenken eine blaue Kornblume am Revers – in Österreich ein Symbol für Nazis.
(dpa |) Die Berliner Grünen haben dem AfD-Politiker Andreas Wild eine „widerlichen Provokation“ bei der Gedenkstunde im Abgeordnetenhaus zum 80. Jahrestag der Pogromnacht vorgeworfen. Wild trug hier wie auch später am Holocaust-Mahnmal eine blaue Kornblume am Revers seines Jacketts. Solche Blumen dienten zwischen 1933 und 1938 in Österreich als Erkennungszeichen der damals verbotenen Nationalsozialisten.
„Bei solch offensichtlich rechtsextremen Entgleisungen muss die AfD Konsequenzen ziehen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek am Donnerstag. Sie sprach von einem „Schlag ins Gesicht der jüdischen Gemeinde“.
Wild wies den Vorwurf zurück. „Dass das ein Nazi-Symbol sein soll, höre ich zum ersten Mal“, sagte der Abgeordnete, der im Vorjahr aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen worden war, aber weiter Parteimitglied ist. „Die Blume war eine Idee des AfD-Bezirksverbandes Reinickendorf, sie steht für Patriotismus und Vaterlandsliebe. Ich trage sie schon einige Zeit.“ Er verstehe nicht, wieso das nun „skandalisiert“ werde, so Wild.
Die Kornblume galt in der Romantik als Symbol für Natürlichkeit. Im 19. Jahrhundert war sie ein Symbol deutschnationaler Gruppen in Österreich, nicht zuletzt der sogenannten Schönerer-Bewegung, die Historikern zufolge auch Antisemitismus pflegte. Zeitweise trugen Politiker der rechten FPÖ – heute Regierungspartei im Nachbarland – die Blume am Revers.
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