Drohmails gegen Politiker: Linken-Chefin mit Mord bedroht
Katina Schubert, Landeschefin der Berliner Linken, hat Morddrohungen wegen ihres Einsatzes für Geflüchtete erhalten. Sie ist nicht die Einzige.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Berliner Landesvorsitzende der Linkspartei, Katina Schubert, Morddrohungen erhalten hat. Man werde sie „niederstechen“, weil sie sich „für dreckige Asylanten“ einsetze, heißt es in der Mail, die Montagabend im Wahlkreisbüro der Politikerin eingegangen ist. Schubert kommentierte das gegenüber der taz mit den Worten, sie lasse sich nicht einschüchtern. „Aber nach den ganzen Anschlägen von rechts kann ich das auch nicht einfach ignorieren.“
„Wolfzeit 2.0“ war die Mail überschrieben. Schubert ist jedoch nicht die einzige Betroffene: Auch die Hamburger Linken-Politikerin Christiane Schneider und der grüne Europaparlamentarier Erik Marquardt haben kürzlich Drohmails unter Verwendung des Wolfssymbols erhalten. „Offensichtlich ist das eine rechte Kampagne gegen Politiker, die sich in der Flüchtlingkampagne positionieren“, vermutet Schubert. Es würde sie nicht wundern, wenn noch mehr Menschen ähnliche Mails bekommen hätten.
Der grüne Europaabgeordnete Marquardt ist wegen seiner kritischen Haltung über den Umgang der EU mit Flüchtlingen ins Visier von Rechtsextremen geraten. Seit er über die Zustände auf der griechischen Insel Lesbos berichte, hätten die Bedrohungen zugenommen, schreibt Marquardt in seinem Twitteraccount. Auch die Morddrohung hat Marquardt dort veröffentlicht: „Wir finden Dich, wir schlachten Dich.“ “Verzieh dich mit deinen Helfern aus Griechenland“: Es sei „Wolfzeit“.
Auch Schneider hat die Bedrohung – unter anderem wird sie als „dreckige Antifaschistin“ bezeichnet – auf ihrer Facebookseite öffentlich gemacht. Ab heute sei sie „offiziell zur Jagd freigegeben“, heißt es. Man werde sie „bestialisch abschlachten“. Auch diese Mail endet mit „Es ist Wolfzeit“.
Private Details
Die Drohmails stammen vom selben anonymen Mailprovider secmail.pro. Schubert hat eigenen Angaben zufolge Strafanzeige erstattet. Die Polizei habe ihr sofort ein Sicherheitsgespräch angeboten, wie sie sich besser schützen könne, sagt sie. In ihrem Politkerinnenleben habe sie schon etliche Drohmails bekommen.
Aber diese – die Mails an Marquardt und Schneider eingeschlossen – hätten eine neue Qualität. Was sie stutzig mache, sei, dass sich die Verfasser offensichtlich gründlich mit ihrem Leben beschäftigt hätten, so Schubert. So werde in der Mail Bezug genommen auf einen medizinischen Notfall, der 12 Jahre zurückliege. „Unser Rachefeldzug im Namen Deutschlands, wird Dich schlimmer treffen als dein Schlaganfall.“
Dass sie einen Schlaganfall gehabt habe, wüssten nicht viele, sagt die Linkenchefin. „Das war kein öffentliches Thema.“
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