Diskriminierung im Basketball: Umstrittenes T-Shirt-Verbot
Eine muslimische Basketballjuniorin will ihre Achseln nicht zeigen und darf deshalb nicht mehr mitspielen. Jetzt hat sie den schwedischen Diskriminierungsombudsmann angerufen.
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STOCKHOLM taz | Sara ist 16 Jahre alt, besucht die neunte Klasse der Attarp-Schule im südschwedischen Bankeryd und spielt Basketball. Das darf sie jetzt nicht mehr. Denn Sara spielt regelwidrig. Läuft sie mit "Bankeryds Basket", einem der im Jugendbereich erfolgreichsten Klubs zum Match auf, trägt sie ein T-Shirt unter dem Trikot. Das bedeckt ihre Achseln. Die würde das ärmellose Basketballspielhemd sichtbar lassen. Und ihre Achseln öffentlich zu zeigen, so sagt Sara, verbietet ihr ihr Glauben.
Saras Fall beschäftigt nun den schwedischen Diskriminierungsombudsman (DO). Schiedsrichter hätten ihr wegen ihres T-Shirts die Spielteilnahme untersagt oder bei ihrer Einwechslung das Match abgepfiffen und sie auf die Bank zurückgeschickt. Auch bei einer wichtigen Begegnung im Rahmen der schwedischen Jugendmeisterschaften. "Vor allen anderen Spielern und vielen Zuschauern. Ich fühlte mich angeprangert, schlecht behandelt und gekränkt. Es war fürchterlich peinlich, so ausgewiesen zu werden", erzählt Sara: "Ich will vom DO wissen, ob man das wirklich darf. Ich bin in Schweden geboren, habe mich nie diskriminiert gefühlt, aber fühle mich das jetzt."
Aufgrund entsprechender Richtlinien des Internationalen Basketballverbandes Fiba änderte auch der schwedische Verband vor gut einem Jahr seine Regeln. Seither ist das sichtbare Tragen von Unterhemden unter den Spieltrikots unzulässig. Ein entsprechendes Verbot gab es zwar schon vorher, allerdings mit Ausnahmeregelungen. Das T-Shirt-Verbot gilt auch in Deutschland.
Das sei eine Bestimmung, die nicht etwa etwas mit der Sicherheit der Spieler zu tun habe oder wegen von solcher Bekleidung möglicherweise ausgehender Behinderung für andere Spieler oder Schiedsrichter erlassen worden sei, erläutert Lena Wallin-Kantzy vom "Svenska Basketbollförbundet" (SBBF) das Verbot. Sondern es gehe um Ästhetik: "Ich finde es nicht komisch, wenn Regeln fordern, dass alle Spieler während eines Basketballmatchs gleiche Kleidung tragen müssen." Es gehe ums Prinzip, meint Waldo Teppans, Spielverantwortlicher beim SBBF: Nachdem die Vereine die neuen Vorschriften in der ersten Zeit nicht so ernst genommen hätten, habe man die Schiedsrichter angewiesen, die Regeln strikt anzuwenden.
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