Digitale Dönerpreis-Karte: Irgendwo ist immer Angebot
Wo gibt’s den teuersten Döner Berlins, wo den günstigsten? Auf einer Online-Karte können Nutzer:innen Dönerpreise einsehen und kartieren.
Was wäre Berlin ohne Dönerläden? Doch die steigenden Dönerpreise sind schon länger ein großes Politikum – Stichwort Dönerpreisbremse. Bis dahin verspricht die von einem Reddit-User erstellte „Berlin Kebab Prices“-Map Abhilfe. Die App kartiert Dönerpreise in Berlin. Fündig wird man vielerorts schon zu einem Preis von fünf Euro – ein digitaler Wegweiser durch die Inflation, könnte man sagen.
Es handelt sich um eine „Community-Karte“, wie es der Website zu entnehmen ist; die Preise werden von Nutzer:innen eingetragen und bestätigt. Ein Regler am oberen Rand der Karte, mit einer Preisskala zwischen 3,50 Euro bis hin zu über 9 Euro, lässt Berliner Dönerläden mit ihrem entsprechenden Preis auf der Karte erscheinen. Sie füllt sich, schiebt man den Regler nach oben, zunächst tröpfchenweise mit grünen Punkten – ab einem Preis von 6 Euro rasant mit gelben, schließlich roten Punkten.
Dönerverkäufer am Mehringplatz
Von der Website gleich in den nächstgelegenen Dönerladen: Der bekannte Imbiss am Mehringplatz in Kreuzberg ist zur Mittagszeit gut frequentiert. Hier gehen sonntags, wenn die taz-Kantine zuhat, tazler:innen essen. Man kennt sich, wird freundlich begrüßt. Von der Döner-Preisvergleichs-Website hat der Dönerverkäufer noch nichts gehört. „Echt, ein Döner für 14 Euro?“, fragt er, „Das ist zu viel, 7 bis 8 Euro sind in Ordnung, mehr aber nicht.“ 7 Euro kostet denn auch ein Döner im Fladenbrot „mit alles“ – Käse kostet extra.
Hier und da eine Ausnahme
Rund um die Oranienstraße in Kreuzberg sind Döner unter 6 Euro laut Karte rar. Einer der wenigen grünen Punkte hier ist der Bayram Grill, direkt auf der Oranienstraße – nur 5 Euro soll der Döner dort kosten. Die taz macht sich auf den Weg, um die Community-Karte auf die Probe zu stellen. Tatsächlich: Über dem Eingang des Bayram Grills hängt ein großes Banner, welches das Angebot bewirbt. Ein Chicken-Gemüse-Döner kostet nur 4,99 Euro.
Kenan G., so stellt sich ein Gast mittleren Alters vor, steht schon um 12 Uhr auf der Matte. Als er zur Tür hineinkommt, wird er durch einen Mitarbeitenden kumpelhaft begrüßt. Kenan G. komme mehrmals in der Woche hierher – nicht nur für die günstigen Preise, sagt er, sondern vor allem wegen der Freundschaft, die er zu dem Mitarbeiter geknüpft habe.
Das erste Mal habe er den Laden vor rund einem halben Jahr betreten, als er die Angebots-Schilder vor der Tür gesehen habe. Er hätte nicht viel Geld, sagt Kenan G.: „Deswegen ist für mich auch der Preis wichtig – man kann nicht immer auswärts essen.“
Ein Effekt der Inflation
Die hohen Preise entstehen jedoch nicht im luftleeren Raum: Die Kosten für Personal und Mieten, sowie für einzelne Zutaten, wie Rind- und Kalbfleisch, sind, insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, stark gestiegen. Damit stehen auch Betreiber:innen von Dönerläden unter finanziellem Druck. Laut Medienberichten zeichne sich zwar kürzlich zumindest punktuell ein Rückgang der Preise ab, jedoch sei keine flächendeckende Entwicklung in diese Richtung zu erwarten, heißt es vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland.
Wer sich jetzt die Finger nach dem günstigsten Döner leckt, kann fortan einfach das Handy zücken – ein Blick auf die Karte verrät: In Neukölln gibt es vereinzelt noch Döner für 3,50 Euro.
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