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heute in hamburg„Die meisten DJs sind immer noch Männer“

Vortrag „Zwischen Rhythmus und Rausch: Hat Rave ein Geschlecht?“: 20 Uhr, Südpol Hamburg, Süderstraße 112

Interview Anastasia Trenkler

taz: Frau Osius, feiern Frauen anders als Männer?

Niobe Osius: Speziell für Frauen gibt es auch innerhalb der Partykultur bestimmte Risiken: Sie sind häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen und sind aus diesem Grund im Nachtleben vorsichtiger.

Inwiefern?

Bestimmte Verhaltensmuster sind zu einer Art Kultur geworden: Frauen sind als Team unterwegs, sie gehen beispielsweise nicht alleine auf die Toilette und achten auch auf andere weibliche Clubgäste, die nicht Teil der Gruppe sind.

Was kann gegen sexuelle Übergriffe in Clubs getan werden?

Vor allem sollten Männer selbst Verantwortung für ihr Handeln übernehmen – und für das ihrer Freunde. Ich habe schon häufig miterlebt, dass sich ein Mann Frauen gegenüber daneben benommen hat und seine Freunde sich nicht dafür interessierten.

Und was können Clubbetreiber besser machen?

Geschultes Personal kann dazu beitragen, dass sich Frauen sicherer fühlen. Es sollte immer Ansprechpartner geben, an die sich Frauen wenden können, wenn sie sich bedroht fühlen – und das ohne sich zuerst erklären zu müssen. Ein unangenehmer Gast sollte dann die Veranstaltung verlassen müssen. In Hamburg sind einige Clubs diesbezüglich sensibler geworden.

Zum Beispiel?

Veranstalter wie das „Hafenklang“, das „Uebel und Gefährlich“ und der „Südpol“ – um nur einige zu nennen – haben mittlerweile geschultes Personal.

Niobe Osius, 30, ist studierte Kriminologin und arbeitet als Sozialpädagogin in der Suchthilfe.

Gibt es beim Personal in solchen Clubs eine geschlechtsspezifische Rollenverteilung?

Die meisten DJs sind immer noch Männer – das ist ein sexistisches Problem. Veranstalter entschuldigen das damit, dass es ja nur wenige Frauen gebe, die mit ihren männlichen Kollegen mithalten könnten. An der Bar arbeiten dagegen oft Frauen.

Ist die Techno-Szene weniger sexistisch als andere Subkulturen?

Das würde ich nicht behaupten. Es ist so: Die Stimmung im Club bildet sich aus dem, was das Publikum mit hinein bringt. Den Sexismus kann man schließlich nicht einfach an der Tür abgeben.

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