piwik no script img

Die kleine Wortkunde – „Candystorm“Der neue #flausch

Volker Beck, die Parteichefin Claudia Roth und ganz viel Zuckerwatte. Die Frage ist: Was ist das Gegenteil eines Shitstorms?

Claudia Roth überhäuft von Süßigkeiten. Was für ein Bild. Das hat sich wohl auch Volker Beck gedacht – als er twitterte: „ein candystorm für claudia #claudia2moreyears“. Hintergrund war natürlich die deutliche Niederlage, die die Grünen-Politikerin am Samstag einstecken musste: Die Chefin der Partei wurde von der Basis nicht als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2013 gewollt.

Kurz vorm Veröffentlichen seiner Wortschöpfung erkundigte sich Beck übrigens bei der Twitter-Gemeinde: „wie nennt man das Gegenteil eines Shitstorms #claudia2moreyears“. Das Internet ist eigentlich ein böses Medium, denn die Shitstorms, also Beleidigungsfeldzüge gegen eine Person, sind dort allgegenwärtig.

Eigentlich heißt das Gegenteil eines Shitstorms nämlich #flausch. Den Begriff haben allerdings die Piraten schon besetzt – darum wohl dieses zuckrige Liebeslippenbekenntnis von Beck zu Roth.

Und die Gedemütigte bedankte sich artig. Sie freut sich über die Wortneuschöpfung #candystorm, twitter sie – die hätte sie sogar ermutigt, weiterzumachen, für den Vorsitz der Grünen erneut zu kandidieren. Toll. Bleibt nur ein Problem: Wie bekommt man das Bild von Claudia Roth von Zuckerwatte erschlagen aus dem Kopf?

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

3 Kommentare

 / 
  • SR
    Scho recht

    @k&ndistOrm: vielleicht solltest du dann Cambridge mal informieren, was sie für einen Schmarrn schreiben:

     

    http://dictionary.cambridge.org/dictionary/british/candy

    http://dictionary.cambridge.org/dictionary/british/storm_1

     

    Zur Wortkreation: allemal kreativer als das präpubertäre "flausch".

  • AR
    Antoninus Re

    Ein candystorm fördert natürlich den Diabetes: die Krankheit mit erhöhtem Blutzuckergehalt und Ausscheidung von Zucker im Urin infolge ungenügender Funktion der Bauchspeicheldrüse.

    Bei verschleppter Diagnose droht erhebliches Ungemach.

    Doch überall ist Heil:

     

    "(...)sagt der junge Mann, zieht eine Spritze aus dem Lederfutteral, krempelt sich die Hose hoch und sticht sich die Spritze in den Oberschenkel. 'Diabetes mellitus', sagt er, während ein Daumen sich leicht durchkrümmt. Zu deutsch: Zucker."

    (Die Zeit, 04.04.1946, Nr. 7) - Ja, die Zuckrigkeit und ihre Fehlfunktion kommt häufiger bei Männern als bei den Frauen vor.

  • K
    'k&ndistOrm

    Bitte keine IPA-Lautschrift verwenden, wenn man darin nicht ganz sattelfest ist.

    So wie das Wort in dem Bild steht, trägt es zwei Hauptakzente, was bei drei Silben sehr unwahrscheinlich ist. Das "i" wird so wie es bei Ihnen dasteht wie in "Mitte" ausgesprochen, also nicht wie in "candy". Das "r", so wie es dasteht, ist ein Zungen-r wie etwa im Spanischen. Gracias!