Die Wahrheit: Ausblick auf Pyeongchang
Donnerstag ist Gedichtetag: Die Leserschaft darf sich an einem Poem über den Wintersport kurz vor den Olympischen Spielen erfreuen.

Das deutsche Skiflieger-As Robinson … nein, Richard Freitag Foto: dpa
Was haben wir zuletzt gelitten,
als unsre deutschen Rodelschlitten
beim diesjährigen Neujahrsspringen
so splitternd in die Brüche gingen!
Man hätte sie doch warnen sollen,
dass Schanzen wie am Holmenkollen
– ganz unabhängig mal vom Wind –
für Rodler ungeeignet sind.
Da ist es nur ein schwacher Trost,
dass ohne Ski und unbehost
in Oberhof die Biathleten
noch nächtens Ehrenrunden drehten.
Doch an den neuen Darts-Wurfpfeilen
muss unser Team gewiss noch feilen,
um es wie mit den scharfen Waffen
zumindest in den Wald zu schaffen.
Die Umstellung beim Eisschnelllauf
nimmt gleichfalls Risiken in Kauf.
Die Konkurrenz wird’s gerne sehen,
mit Rollschuh’n an den Start zu gehen.
Und auch das Bob-Team muss beachten,
dass sich der Fehler, den sie machten,
nicht wiederholt! Jungs, denkt daran:
Beim Schieben zieht man Schuhe an.
Wenn alle so olympisch denken,
der Ausrüstung Beachtung schenken,
sind Gummistiefel bis zum Knie
der Clou nicht nur beim Abfahrtsski.
Trotz schweren Wortes wär Pyeongchang
dann voller Gold- und Titelklang.
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