Die Wahrheit: Fingerspiele
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über den Handkreisel erfreuen.
Es ist nicht so, dass ich mich seiner schäme.
Ihr könnt mich gern mit meinem Fidget Spinner sehn.
Nur sprachlich habe ich ein paar Probleme:
Was mach ich da beim flinken Däumchendrehn?
Bin ich am Spinnen, Sßpinnen oder gar am Spinnern?
Ich nenn’s jetzt „Spinnen“ mit gebot'ner Ironie.
Ich weiß nur: Meinem mühevoll gezähmten Innern
tut dieses Kreiseln gut – als Psychotherapie.
Auch jetzt, beim einst so mühevollen Reimesuchen,
spinn sanft ich mit konstantem Drehmoment.
Und alles fügt sich wie der Teig für Marmorkuchen,
was unschwer man an dem Gedicht erkennt.
Ich hab gehört, auch unsere Großen spinnen täglich.
Ja, manche spinnen sich gar ein – wie Angela.
Auch Martin? Ja, ich halte das durchaus für möglich,
seit ich ihn kürzlich so gelassen lächeln sah.
Trump ist an sich kein Freund von diesem Däumchenwirbeln.
Doch kommt mal blöder Staatsbesuch, dann schreibt
ins Protokoll er kollektives Spinnerzwirbeln,
damit der hohe Gast gelassen, locker bleibt.
Man sollte jedermann für dieses Spiel gewinnen.
Dann wär im Handumdrehn die Welt entspannt.
Doch manch ein Spinner würde niemals fidgetspinnen,
denn Terror klappt schlecht mit nur einer freien Hand.
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